Allgemein

Was steckt hinter einem Streit

Unser Partner kann uns wie niemand anderer sonst auf die Palme bringen, warum ist das so? Die Bindungstheorie liefert einen interessanten Gedanken.

Wir Menschen haben ein angeborenes Bedürfnis, enge und von intensiven Gefühlen geprägte Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen. Im Streit haben beide Seiten große Angst, weil sie befürchten, ihre emotionale Bindung zu verlieren. Sie bemühen sich verzweifelt, das, was sie so dringend brauchen, wiederzubeschaffen.

Hinter den üblichen Formen des Streitens verbergen sich dann eigentlich Fragen wie:

  • Kann ich mich auf Dich verlassen?
  • Wirst Du mir antworten, wenn ich Dich brauche und wenn ich Dich rufe?
  • Bin ich für Dich wichtig?
  • Schätzt und akzeptierst Du mich?
  • Brauchst Du mich und verlässt Du Dich auf mich?

Wenn der Streit zum Teufelskreis wird

Im Kern sind die Teufelsdialoge ein Hilferuf. Die meisten Probleme in Beziehungen entstehen nicht, weil der Partner zu spät nach Hause kommt, die Zahnpastatube nicht zudreht oder das Geschirr nicht ab wäscht. Die Streits gehen in Wirklichkeit über den Mangel an Aufmerksamkeit, Vertrauen, Respekt, Anerkennung und Verständnis.

Es ist sinnlos, nach dem Schuldigen zu suchen oder nach dem, der angefangen hat. Ist ein Teufelskreis erst einmal in Gang, verstricken sich beide Partner in negativen Reaktionen und Emotionen:

Je stärker ein Partner beschuldigt, umso mehr zieht sich der Andere zurück. Und je mehr dieser sich zurückzieht und mauert, umso verzweifelter wird der Andere und umso schärfer werden seine Angriffe.

Was können Sie als Paar jetzt anders machen?

Kommunikationstechniken können Menschen dabei helfen, mit Kollegen oder Freunden besser umzugehen, aber in Liebesbeziehungen greifen sie zu kurz.

Um aus den unfruchtbaren und schmerzhaften Streitereien herauszukommen, sehe ich zwei erste Schritte:

1. Erkennen der gegenseitigen Abhängigkeit

Hinter den meisten Nörgeleien und Vorwürfen steckt ein Hilferuf nach emotionaler Verbundenheit. Es ist nicht primär der vergessene Hochzeitstag, sondern die Befürchtung, dass dies ein weiteres Zeichen ist, dass man dem anderen nicht mehr wichtig ist.

2. Selbstannahme

„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ heißt es schon in Bibel. Erst wenn wir uns selber annehmen können, mit allen unseren Fehlern und Schwächen, können wir unseren Partner lieben so wie er nun mal ist. Erst dann können wir die Liebe unseres Partner voll annehmen und vertrauen, dass er es gut mit uns meint. Dann wird ein gutes Miteinander möglich und wir werden feststellen, dass der Partner uns gar nichts Böses will.

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