Allgemein, Eltern-Kind-Beziehung, Trauma

Gastbeitrag: Kinder, Corona und eine Kurskorrektur


Interview mit Prof. Dr. Boglarka Hadinger

Das Interview wurde auf Bitten einer großen Tageszeitung vor einigen Wochen geführt. Wenige Tage nach dem Gespräch teilte die Journalistin mit, dass ihre „Chefs“ in eine Veröffentlichung nicht einwilligten. Alles hat eine positive Seite: So konnte der Text überarbeitet und reicher an Fakten werden.

Mit freundlicher Zustimmung von Frau Hadinger, darf ich das Interview hier teilen. Boglarka Hadinger und Wolfram Kurz waren wichtige Wegbereiter auf meiner Lebensreise.

Journalistin: FRAU PROF. HADINGER, WIE BEURTEILEN SIE DIE WIRKUNG
DER COVID-MAßNAHMEN AUF KINDER UND JUGENDLICHE?

Hadinger: Für Kinder und Jugendliche bedeuten die Covidmaßnahmen einen radikalen Angriff auf ihre körperliche, seelische und immunologische Gesundheit. Bitte erlauben Sie mir, dass ich in unserem Gespräch erst diese Tatsache fachlich begründe und wir danach über die Lösungen sprechen.

Lichtentzug, Luftentzug verbunden mit Sonnenmangel, Strukturmangel, Bewegungsmangel und ein Kontaktverbot zerstören die seelische und körperliche Unversehrtheit von Kindern und Jugendlichen. Diese Maßnahmen machen krank.
Ausgenommen sind Kinder aus wohlhabenden Familien. Diese konnten und können sich in ihren lauschigen Gärten genug bewegen, sie verfügen über genügend Raum, über Privatlehrer, Computer, Reitstunden, Haushaltshilfen und Eltern, die nicht tagtäglich arbeiten müssen.
Den Kindern der Finanzschwachen aber, fügen wir seit etwa 1 1/2 Jahren schwerste und nicht regenerierbare Schäden zu.


Journalistin: KÖNNEN SIE DAS NÄHER ERKLÄREN?
Hadinger: Gerne.

  1. Der „zum Schutze der Volksgesundheit“, verordnete Bewegungsentzug,
    verbunden mit schlechter Ernährung, verursachte bei etwa 40% der Kinder
    eine zu große Gewichtzunahme und zugleich die Verringerung von
    Herzfitness
    . In Österreich betrifft das etwa 350 000 Grundschüler, in
    Deutschland sind es über 3 Millionen. Die gleichen Symptome weisen auch
    Kindergartenkinder und ältere Schüler auf. Noch nie hatten wir so viele
    Kinder, die übergewichtig und adipös waren.
    Übergewicht verursacht bekanntlich schwere Erkrankungen, darunter den Jugenddiabetes. Und diese wiederum führt Kinder direkt in die Covid-Risikogruppe. Pathologen beschreiben doch seit Langem, dass das Virus sich bevorzugt im Fettgewebe ausbreitet. Unsere Kinder und Jugendliche locken wir jetzt genau in diese Falle hinein.

  2. Der Bewegungsmangel reduziert zusätzlich die Immunzellproduktion im Knochenmark, d.h. die Produktion von B-Zellen. Diese Zellen brauchen wir für die Antikörperbildung, damit das Immunsystem im Falle einer Infektion, auch im Falle einer Covid-Infektion, eine (über)lebensnotwendige Immunantwort geben kann. Wird die Produktion von B-Zellen herabgesetzt, sind Menschen jenen Krankheiten, die sie normalerweise leicht abwehren könnten, hilflos ausgeliefert. Auch Kinder.
  3. Der Licht- und Sonnenmangel (wo erhalten Kinder ohne Garten die lebensnotwendige Licht- und Sonnenmenge?) reduziert die Hormonproduktion der Zirbeldrüse. Das führt unweigerlich in die Depression und in die Inaktivität. So entsteht ein psychologisch- biologischer Teufelskreis: Lichtentzug – Depression – Inaktivität – Immunsuppression. Mittlerweile weisen mehr als ein Drittel aller Kinder die alarmierenden Symptome der Depression und Inaktivität auf. Auch da opfern wir vor allem die Kinder der finanzschwachen Schicht. Und das tun wir im Namen der „Volksgesundheit“ und für das „Gemeinwohl“.

  1. Hinzu kommt, dass durch die Inaktivität und durch das Fehlen von Schule und Tagesstruktur, der digitale Medienkonsum von jungen Menschen radikal erhöht wurde. Für eine bestimmte Branche bringt das viel Profit: Das Gehirn der Kinder ist mediensüchtig gemacht worden.

  2. Zusätzlich mangelt es dem kindlichen Organismus, aufgrund der
    Verbannung in die Innenräume, an Vitamin D. Das verursacht eine
    allgemeine Krankheitsanfälligkeit und erhöht auch das Risiko an Covid schwer zu erkranken. So ist es kein Wunder, dass die Covidpatienten immer jünger werden. Das ist die vorhersehbare Folge der Maßnahmen.
  3. Es wird aber noch extremer: Die Ursache liegt am Kontaktverbot und am Begegnungsverbot, verharmlosend „social distancing“ genannt. Das fordern wir von Kindern, sogar von Kleinstkindern mit dem Befehl „Abstand halten!“ ein. Das Fernhalten von anderen Menschen verursacht, zusätzlich zu den schon erwähnten krankmachenden Faktoren, eine nicht regenerierbare Immunsuppression bei Kindern und Jugendlichen. Der
    „Balgentrieb“ ist nämlich typisch für die meisten kleinen Lebewesen. Kleine Hundewelpen balgen ebenso lustvoll wie Katzenkinder und Menschenkinder. Die so gewonnene Körpernähe hat eine (über)lebenswichtige Funktion: Schweiß und Speichel, IgA, Viren, Bakterien und Pilze werden so in einer bewältigbaren Menge ausgetauscht.
    Die Körpernähe von Kindern zu anderen Menschen ist die Voraussetzung für die Entwicklung eines funktionierenden Immunsystems. Wo das nicht stattfindet, werden Kinder durch bislang harmlose Krankheitserreger immer schwerer krank.
    „Das Immunsystem entwickelt sich nur durch das tagtägliche Training“, lehren Mediziner in den ersten Vorlesungen, „und wenn von einem Menschen die Krankheitserreger ferngehalten werden, verursachen wir eine lebensbedrohende Gefahr“. Genau das geschieht durch die Coronamaßnahmen.
    „Steriles Prinzessinensyndrom“ nannten Ärzte früher das Phänomen, das mildeste Infektionen in eine tödliche Falle verwandelte. Durch das Maskentragen von Kindern und ihrer Kontaktpersonen, durch das Begegnungsverbot und durch das Abstandhalten, entfernen wir eineinhalb Jahre Immunentwicklung aus dem Leben junger Menschen.
    Einundhalb Jahre Immunreduktion, das sind bei einem zehnjährigen Kind fünfzehn Prozent seines bisherigen Lebens. Bei einem Kleinkind bedeuten eineinhalb Jahre Abstandhalten, Kontaktreduktion und Maskierung von Kontaktpersonen eine Immunreduktion über das gesamte Leben. Man stelle sich vor, wir würden das Denken eines Menschen für fünfzehn Prozent seiner Lebenszeit lahmlegen. Oder seine Muskeltätigkeit. Die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen führten dann in die Debilität. Und die Bewegungsfähigkeit wäre für immer zerstört. Deshalb ist es nur eine Frage der Zeit, bis unsere Medien von „Covid erkrankten Kindern auf den Intensivstationen“ berichten werden. Daran ist aber nicht das Virus schuld, sondern unsere krankmachenden Maßnahmen. Und wir setzen diese Maßnahmen auch mit Polizeigewalt durch und nennen sie paradoxerweise:
    „Maßnahmen zur Bekämpfung von Erkrankungen“. So eine Verantwortungslosigkeit leistete sich noch keine Gesellschaft in der Geschichte.

    Und nun, seit einigen Tagen, schlagen die Gesundheitsbehörden weltweit Alarm, weil die Zahl der gefährlich gewordenen Atemwegsinfektionen bei Kindern, vor allem bei Kleinkindern, seit einigen Monaten drastisch steigt. Die einst harmlosen Erreger werden nun für Kinder „deutlich gefährlicher als Covid-19“, warnt die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektologie. Kommt das unerwartet? Ein durch die „Maßnahmen für die Volksgesundheit“ reduziertes Immunsystem kann die Krankheitserreger zunächst im Schleimhautsystem und in den oberen Atemwegen nicht abwehren. Danach wird die tiefer liegende Abwehr in Bronchien und Lunge herabgesetzt. Der weitere Schritt ist ein allgemeiner Verlust der Abwehrfähigkeit, gefolgt von schwersten Erkrankungen schon in jüngsten Jahren. Das alles tun wir angeblich, „um Erkrankungen zu vermeiden“. Da stellt sich schon die Frage um wen es hier eigentlich geht.

  1. Die Immunschwächung der Kinder verstärken wir zusätzlich dadurch, dass wir Plastikmasken über ihre Atmungsorgane stülpen. Die Masken werden aus Plastikfasern produziert. Manche Kinder tragen diese Masken jeden Tag, acht Stunden lang oder noch länger. Auch in größter Hitze. Die Kinder schwitzen, sie atmen schwer und ihre Konzentrationsfähigkeit ist herabgesetzt. Sie sehen das Gesicht anderer Menschen nicht und ihr Gesicht
    wird auch nicht gesehen. All das verordnen wir unseren Kindern, wohl wissend, dass das durchschnittliche Sterbealter der „an und mit Covid“- Verstorben bei 83 Jahren liegt. Es geht also bei all diesen Maßnahmen nicht um die Kinder.
    Man beachte, dass in Deutschland über zehn Millionen Kindern diese krankmachenden Maßnahmen auferlegt werden und hinzu kommen vier Millionen Jugendliche.

    Verordnet von Politikern, beworben durch die Leitmedien, fügen wir einer ganzen Kindergeneration schwerwiegende körperliche,
    seelische und immunologische Schäden zu.
    Politik und Leitmedien begründen dies mit der „Verantwortung der Kinder für die Gesellschaft“. So wird vor unseren Augen ein Menschenrecht mit den Füßen getreten: das Recht, dass „die körperliche und seelische Unversehrtheit eines Menschen nicht für ein Kollektiv geopfert werden darf!

  2. Angesichts des mehrfachen Angriffs auf die Gesundheit, erscheint es einem fast banal, dass Kinder aus der finanzschwachen Schicht, also die Kinder von Krankenschwestern, Kellnerinnen, Verkäuferinnen, Busfahrern und Arbeitern, auch noch eineinhalb Jahre lang von regelmäßiger Bildung ferngehalten wurden. Sie verloren den Anschluss an die Bessergestellten.
    Sie verloren auch die Möglichkeit eines besseren Schulabschlusses und somit die Chance, ihre Lebenssituation eines Tages verbessern zu können.
    Eingepfercht in eine Zweizimmerwohnung, ohne Balkon und Garten, ohne genügend Raum, Licht, Sonne und Bewegung, neben weinenden und streitenden Geschwistern sollten Kinder und Jugendliche „distance-learning“ leisten. Wobei die Mutter lediglich ein Handy besitzt und erst am Abend von der Arbeit nach Hause kommt. Ich halte es für unverzeihlich und scheinheilig, dass diese krankmachenden Verordnungen von Politik und Vertretern der Leitmedien, also von den Menschen, die privilegiert sind, in wohlformulierte, schöne ethische Worte gekleidet werden: „zum Schutze der Bevölkerung“ heißt es dann. Es ist ein „Beitrag der Kinder für die Gesellschaft“ schreibt man. Und wir lesen die Aufforderung: „Kinder müssen solidarisch sein“. Und wer ist eigentlich – so stellt sich die Frage – mit diesen Kindern solidarisch? Obendrein bezeichnen wir schon kleine Kinder als „Treiber der Pandemie“ oder „Superspreader“. Womit wir nicht einmal eineinhalb Meter Abstand haben zu jenen dunklen Begriffen, mit denen man einst unschuldige Menschen als Schadensverursacher abstempelte, sie aus dem normalen Leben entfernte, isolierte und schlussendlich bestrafte.

Journalistin: DAS KLINGT NICHT GUT.
Hadinger: Nein. Und es wird noch extremer. Denn die Plastikmasken, die wir über die Atmungsorgane unserer Kinder stülpen, bestehen aus gepressten Plastikfasern. Diese Fasern lösen sich nach einigen Stunden der Beanspruchung und werden dann bei jedem Atemzug in die Lunge inhaliert.
Das Meer braucht 300 Jahre, bis es die Plastikfasern einer „Atemschutzmaske“ abbauen kann. Die Lunge eines Menschen kann sie überhaupt nicht abbauen. Und die Lunge eines Kindes schon gar nicht.
So verursachen die Plastikfasern die gleichen nicht heilbaren Deformationen in der Lunge wie die ebenso nicht abbaubaren Asbestfasern. Bei diesen waren die Folgen: Lungenschwäche, Entzündungen,Vernarbungen und Krebserkrankungen.

Das entsteht natürlich nicht im Handumdrehen, sondern schrittweise und schleichend. Eine Kinderlunge, in die Plastikfasern aus der sogenannten „Atemschutzmaske“ inhaliert werden, verliert die Fähigkeit, Krankheitserregern Widerstand zu leisten. Auch gegen Covid wird sie machtlos.
Bitte betrachten Sie genau die Innenseite dreier Plastikfasermasken, die jeweils von einem Kind getragen wurden. Diese Masken will unsere Regierung ab Herbst sogar maßgeschneidert für Kinder erzeugen, damit wirklich kein Lüftchen von der Seite zur Kinderlunge kann. Legen die Bewertungsgremien doch viel Wert darauf, dass unsere Kinder so wenig Atemluft wie möglich ausatmen. Was sie einatmen spielt keine Rolle.
Sie können selber einen Test machen: Reiben Sie die Innenseiten einer Plastikfasermaske einige Sekunden lang aneinander. Das simuliert den Zustand nach ein paar Tagen Maske tragen. Sehen Sie anschließend die Innenseiten mit einem Vergrößerungsglas an. Das, was Sie sehen, atmet ein Kind in seine Lunge ein.
Die sogenannten OP-Masken der Chirurgen sind übrigens nicht so vollgestopft mit Plastikfasern und der Chirurg muss sie trotzdem alle eineinhalb Stunden wechseln. Manche Kinder – und auch ihre Eltern – aus den benachteiligten Familien tragen dieselbe Maske mehr als einen Monat lang.

Lichtentzug, Luftentzug, Bewegungsentzug und Bildungsentzug, verbunden mit Begegnungsverbot und Sonnenmangel zerstören die körperliche, seelische und immunologische Gesundheit unserer Kinder. Die Plastikfasermasken, die wir vor ihre Atmungsorgane spannen, verstärken diese Wirkung. Was antworten wir, wenn diese Kinder uns eines Tages fragen: „Warum habt Ihr uns das angetan?“
Natürlich greifen diese Maßnahmen die Gesundheit aller Menschen an. Am stärksten schaden sie aber Kindern, die in benachteiligten Familien leben. Und sie machen immerhin ein Drittel unserer Gesellschaft aus.

Nun will man Kinder mit einem Mittel impfen, dessen Langzeitwirkung kein Mensch auf dieser Erde kennt. Das betonen selbst die Impfhersteller in den Verträgen mit unserer Regierung, weshalb sie auch keine Haftung für entstandene „Folgeschäden“ übernehmen werden. Natürlich schützt die Impfung das Leben vieler Menschen, vor allem das Leben von Menschen in den Risikogruppen. Aber wir wissen nicht, ob sie nicht ähnliche, schwere Behinderungen bei Kindern verursacht, wie die vor einigen Jahren ebenso per Notfallzulassung eingeführte Schweinegrippenimpfung. Wir wissen auch nicht, ob Kinder in eine endlose Impfspirale hineingezogen werden. Und wir wissen auch nicht, wie viele Menschen, vor allem wie viele junge Menschen durch die Impfung von schweren Nebenwirkungen, bis hin zum Verlust ihres Lebens betroffen sein werden.
Noch einmal möchte ich hier auf das Menschenrecht verweisen, dass die seelische und körperliche Unversehrtheit einer Person nicht für ein Kollektiv geopfert werden darf. Denn auch bei der Impfung geht es nicht um die Kinder. Es geht um uns selbst. Erinnern wir uns daran, dass das Durchschnittsalter der „an- und mit“ Corona Verstorbenen bei 83 Jahren liegt. Und die meisten Kinder merken eine Infektion gar nicht. Es geht darum, dass wir, die alternden Wohlstandsintellektuellen, nicht an Corona sterben, sondern an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs.

„Es gibt Mittel, die auch den heiligsten Zweck entweihen!“, mahnte der jüdische Arzt Viktor Frankl. Genau da stehen wir: Eine alternde Gesellschaft versündigt sich soeben an ihren eigenen Kindern.

In Deutschland haben die Coronamaßnahmen die Zahl der Millionäre auf eineinhalb Millionen Personen erhöht. Die Wohlhabenden sind die Nutznießer der Situation. Ihr Vermögen stieg wie nie zuvor. Als vor einigen Tagen bekannt wurde, dass den Bediensteten der Berliner Charite der Impfstoff das dritte Mal innerhalb von sechs Monaten gespritzt werden muss und die Impfung vielleicht in eine Endlosschleife mündet, vervielfachten sich die Geldwerte der Impfaktionäre noch einmal. Viele der neuen Millionäre sitzen im Parlament, in den Medienhäusern oder im Ratgeberklub der Regierung. Sie kaufen, für sich lukrativ, Impfstoffe ein oder Masken oder Tests. Oder die entsprechenden Aktien.

Auf der anderen Seite verarmen immer mehr Menschen durch die Maßnahmen, sie resignieren und werden immer kränker. Die Psychiatrien haben keine Kapazitäten mehr für Kinder. Und die Zahl der misshandelten und missbrauchten Kindern ist so hoch wie nie zuvor.

Die Menschen aber, die gegen diese Situation ankämpfen, werden diskriminiert, verunglimpft, manche verlieren ihre Arbeit und ihre Existenzsicherung. Die unangepassten Meinungen – und Personen – entfernt man im Handumdrehen aus Medien und Öffentlichkeit. Kann so eine gute Diskussion entstehen, eine Suche nach Alternativen, die auch das Wohl der Kinder und der finanzschwachen Menschen im Blick hat und nicht nur das eigene?

Die Spartaner sind in die Geschichte eingegangen, weil sie ihre körperlich schwachen Kinder für das „Gemeinwohl“ opferten. Sie begründeten es mit der „Verantwortung für die Gemeinschaft“. Könnte es sein, dass unsere alternde Gesellschaft, angeführt von den Wohlstandsintellektuellen, gerade in die Geschichte eingeht, weil sie ihre finanzschwachen Kinder „für die Gesellschaft“ opfert?

Journalistin: KÖNNEN WIR DANN VON EINER VERLORENEN GENERATION SPRECHEN?
Hadinger: Das sollten wir nicht tun. Erstens würde dieser Begriff eine selbsterfüllende Prophezeihung auslösen und dadurch würden wir uns noch mehr schuldig machen. Zweitens schaden die Coronamaßnahmen nicht allen. Die wohlhabende Schicht kann, auch im Blick auf ihre Kinder, ziemlich tiefentspannt sein. Und drittens suggeriert dieser Begriff, dass die Situation schon vorüber ist.
Nein, sie ist nicht vorbei!
Sie passiert jetzt, vor unseren Augen. Während Philosophen in Talkshows über die Frage lamentieren, ob man Gesetzen gehorchen sollte oder eher nicht, während Psychologen darüber plaudern, ob in den nächsten Jahren die eine oder die andere Therapie vorteilhafter wäre und Politiker um die Frage feilschen, ob sie 15 oder 20 Euro pro Kind für spätere Therapien zu Verfügung stellen, geschieht das große Unrecht.
Das aber bedeutet, dass wir jetzt handeln und jetzt eine Kurskorrektur durchsetzen müssen. Die meisten benachteiligten Menschen verfügen nicht über die rhetorischen Fähigkeiten eines Journalisten und sie verfügen auch nicht über die Redenschreiber unserer Politiker. Sie fühlen sich ohnmächtig und ausgeliefert. Und das sind sie auch.
Natürlich ist vorauszusehen, dass diese Ohnmacht eines Tages in Gewalt umschlagen wird. Umso mehr ist es unsere Aufgabe, dass jeder von uns, den dieser Zustand schmerzt, sich für eine Veränderung einsetzt: in Wort, Schrift oder Tat. Auch dann, wenn man für den Einsatz nicht immer Beliebtheitswerte erhält.

Journalistin: WAS KÖNNTEN WIR TUN?
Hadinger: Die Vorschläge fasse ich in 8 Punkten zusammen:

  1. Nehmen wir den jungen Menschen die Plastikmasken vom Gesicht!
    Führen wir sie wieder ans Licht, an die Sonne, führen wir sie wieder
    zueinander! Lassen wir sie wieder im Freien laufen, springen und
    miteinander raufen! Verzwecken wir sie nicht für uns durch die
    krankmachenden Coronamaßnahmen und auch nicht durch die Impfung.
    Zerstören wir nicht ihre seelische, körperliche und immunologische
    Gesundheit!
    Wenn jemand das schon nicht aus Barmherzigkeit tun will, so sollte er bedenken, dass wir in einigen Jahren genau auf diese jungen Menschen angewiesen sind.
  2. Nehmen wir zur Kenntnis, dass das Einzige – und das Beste, was wir im Augenblick gegen das Virus haben, unser Immunsystem ist. Wenn die meisten Menschen eine Infektion kaum oder gar nicht merken, liegt das an ihrem gut funktionierenden Immunsystem. Wenn in der Intensivstation jemand künstlich beatmet wird, gewinnt man Zeit: für die Arbeit des Immunsystems. Und auch die Impfung ist kein Wundermittel. Sie regt lediglich das körpereigene Wundermittel an: das Immunsystem.
    Das bedeutet: Wir sollten die Coronamaßnahmen überdenken und
    solche einführen, die das Immunsystem stärken und nicht schwächen oder gar zerstören. Hierfür brauchen wir das umfassende Wissen von Hausärzten, Kinderärzten und Immunologen, also von jenen Menschen, die über eine jahrzehntelange Erfahrung in ganzheitlicher Medizin und
    Immunologie verfügen. Und wir brauchen hierfür sicher nicht die
    talkshowberühmten Virologen, die vom Menschen nicht viel Ahnung haben, und lediglich im Labor tagtäglich in ihre Mikroskope blicken.
    Die Stärkung des Immunsystems zu fördern bedeutet, um ein Beispiel zu nennen, dass junge Leute, die in einem bayrischen See surfen, nicht mit der Polizei von ihren Brettern geholt werden, damit sie in ihre dunklen Zimmer und in die Isolation zurückkehren, sondern die Einladung erhalten hinauszugehen, damit sie Licht und Luft tanken, sich bewegen und so ihre Abwehrkräfte stärken können.
  1. Wir sollten unsere Regierung auffordern, die Entwicklung wirksamer Therapien gegen Corona zu fördern, anstatt die „Impfschleife für alle“ mit sämtlichen Techniken der Manipulation und der Bestrafung durchzusetzen. Unsere Medizin verfügt über das heilsame Antibiotikum, über Cortisonpräparate, über Penicilin und über vieles mehr. Diese Heilmittel setzt man im Falle bestimmter Erkrankungen ein. Sogar im Falle einer HIV – Infektion gibt es gute Therapiemöglichkeiten, obwohl dieses Virus viel gefährlicher ist als Corona, weil es direkt das Immunsystem angreift. Wäre es nicht richtiger, effektiver und weniger schädlich, wenn wir in Forschung und Therapie auch jetzt viel mehr Gewicht auf die medizinische Behandlung von Erkrankten legen würden? Dass diese „kopernikanische Wende“ kaum im Interesse unserer Finanzwelt liegt, ist mir natürlich bewusst.
  2. Es wäre Zeit für eine Einstellungsänderung. Die gefährdeten Menschen in den so genannten „Risikogruppen“ sind geimpft – sofern sie das wollten. Für sie sind die Kinder nicht mehr „gefährlich“. Und wenn sie es wären: Dann müssten wir die Älteren fragen, ob sie das Kindesopfer wollen. Ich selbst gehöre, wie manch andere, in mehrfacher Hinsicht in die „Risikogruppe“. Wir hatten doch einen schönen Lebensbogen, wir haben gelebt, geliebt, gelitten und viel Sinnvolles, manchmal auch Unsinniges, getan. Ich will dieses Kindesopfer nicht. Ich will nicht, dass junge Menschen ihre Gesundheit und ihre Lebensmöglichkeiten verlieren, damit ich nicht an Corona sterbe, sondern an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs. Eines Tages ist das Leben in dieser Welt abgeschlossen, so oder so: ob mit- oder an- oder ohne Corona. Was zählt ist, ob man in der Zeit zuvor sinnerfüllt gelebt hat. Dann sind einige Monate mehr oder weniger eigentlich unwichtig. Vielleicht erleben wir noch, dass eines Tages ein 80-Jähriger sich hinunterbeugt zu einem Kind, ihm die Plastikmaske vom Gesicht nimmt und sagt: „Meinetwegen brauchst Du das nicht!“
  3. Natürlich können wir viel Sinnvolles für die Jugend tun, vor allem für die Jugend der finanzschwachen Schicht, denen wir jetzt den hohen Preis für unsere Coronamaßnahmen abverlangen. Der Wiener Arzt und Stadtrat Julius Tandler schrieb vor etwa hundert Jahren: „Kein Kind soll in Wien an Hunger leiden!“ Als Folge wurden die berühmten Kinderversorgungsstellen gegründet. Einige Jahrzehnte später setzte der Neurologe und Psychiater Viktor Frankl ein weiteres Signal: „Kein junger Mensch soll seelische Not erleiden, ohne dass er einen weisen Begleiter an seiner Seite hat!“. Und er gründete die Kinder- und Jugendberatungsstellen. Die Coronasituation zeigt überdeutlich, dass das Eingesperrtsein menschenunwürdig ist und krank macht. Alle Stadtkinder sollen Zugang zu Grünzonen haben, wo sie Licht, Luft und Sonne tanken können, wo sie laufen, spielen, miteinander balgen und so eine stabile Gesundheit erwerben können! – das wäre der Imperativ, geboren aus den Erfahrungen der Coronazeit. Es ist also Zeit, unsere Städte für Menschen, auch für Kinder und alte Menschen, „einzurichten“. Soll heißen: Abschaffung von Verbrennungsmotoren, begrünte Gehsteige und Straßen, Sitzbänke, Blumentröge und Wasserspender, viele kleine Spieloasen, schattige Grüninseln und eine Architektur, die hell und menschenfreundlich ist. Und das in der Stadt. Auch dort, wo die nicht wohlhabende Bevölkerung lebt. Diese Veränderung würde die allgemeine Gesundheit der Menschen heben, die Opferzahl jener, die an Luftverschmutzung sterben, senken, unsere Kinder schützen und alten Menschen ihre Lebensqualität zurückgeben. So eine Stadtgestaltung würde auch die Gewaltbereitschaft von Menschen abmildern. Denn eine natürliche, schöne Umgebung fördert das Menschliche im Menschen.
  1. Wir sollten Fakten und Zahlen genau recherchieren und uns von den Darstellungen, die verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen werden, nicht ängstigen und auch nicht täuschen lassen.
    Tatsache ist, dass in Deutschland im Jahre 2020 etwa eine Million Menschen verstorben sind. Das ist normal. Das durchschnittliche Sterbealter betrug ca. 83 Jahre. Auch das ist normal. Tatsache ist auch, dass von dieser einen Million Menschen dreißigtausend „an- und mit Corona“ verstarben. Ihr durchschnittliches Sterbealter betrug ebenso ca 83 Jahre. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn diese dreißigtausend Menschen noch bei uns
    wären. Für die übrigen 970 000 gilt das aber auch! Die Spielregeln des Lebens lassen offensichtlich die Erfüllung dieses Wunsches nicht zu, weil das Ableben zu unserem Dasein gehört, genau so wie das Licht, die Sonne und die Liebe. Vielleicht ist es Zeit, uns mit der Endlichkeit des Lebens und mit der Frage nach einem sinnerfüllten Leben, das vorher gelebt werden kann, zu befassen? Das geht auch mit – und auch ohne Corona.
    Zur Orientierung an Fakten gehört auch, dass wir nicht tagtäglich in Angststarre versetzt, alle Befehle befolgend auf die so genannten „Fallzahlen“ und „Inzidenzwerte“ starren, die für sich allein überhaupt keine Aussagekraft haben. Denn entscheidend ist, ob und wie viele Menschen schwer an diesem Virus erkranken. Und das muss in Relation gestellt werden mit anderen Erkrankungen und mit dem Alter der Betroffenen.
    Erst dann haben die Zahlen eine wirkliche Aussagekraft. Ohne diese Hinweise verursachen sie eine Täuschung. Es ist ein Unterschied, ob die Leitmedien besorgt die Anzahl jener mitteilen, die an einem Tag „mit- und an Corona“ verstarben, oder ob sie auch bekanntgeben, dass in Deutschland, wie an jedem anderen Tag, zugleich etwa 2 600 Menschen von uns gingen. Zu den Fakten gehört auch, dass eine überstandene Infektion eine wesentlich größere Schutzwirkung hat als die Impfung. Das gilt sowohl für den Schutz vor einer Weitergabe und auch für den Schutz vor einer Neuinfektion. Zudem sind geimpfte Personen nach wie vor bis zu einem bestimmten Maße infektiös und infizierbar, weil die Impfung vor allem zellulär wirkt. Nach einer bewältigten Infektion hingegen leistet das Immunsystem auch Schutz im Schleimhautsystem, also an den „Eintrittspforten“ im Nasen und Rachenbereich. Das geschieht mit Hilfe der IgA und IgG Moleküle. Eine Covid-Infektion verläuft bei Kindern und Jugendlichen meistens unbemerkt, weil ihr Immunsystem gut funktioniert und das Virus gleich nach dem Eintritt ins Schleimhautsystem neutralisiert. Das liegt natürlich daran, dass ein junges Immunsystem schnell reagiert und gut trainiert ist. Aber nur so lange, bis das Maskentragen, der Licht- und Bewegungsentzug und die Kontaktverbote das lebenswichtige Immuntraining nicht abschaffen. Auch zeigen Immunstudien, dass frühere Infektionen mit anderen, milderen Coronaviren, die lediglich eine Erkältung verursachten, die jetzigen Varianten neutralisieren können. Hier spielt natürlich wieder einmal das Immuntraining die Schlüsselrolle. Wir wissen auch, dass Kinder nur äußerst selten schwer an Covid erkranken. So widerspricht es allen ethischen Kriterien, sie in eine Impfschleife zu zwingen, mit einem Mittel, von dem niemand weiß, wie oft es gespritzt werden muss und was seine Langzeitfolgen sind. Noch einmal rufe ich in Erinnerung, dass der Impfstoff gegen die Schweinegrippe, ebenfalls notzugelassen, bei vielen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine lebenslange, schwere Behinderung verursachte.
    Tatsache ist auch, dass wir mit dem Coronavirus, ebenso wie mit vielen anderen Viren, auch in Zukunft leben werden. Gegen ein Naturphänomen „den Krieg auszurufen um es zu besiegen“, wie es bei uns immer wieder heißt, zeugt von zu viel Überheblichkeit und von zu wenig Wissen. Wir Menschen können Naturphänomene in lebensdienliche Richtungen lenken, wir können gut auf sie vorbereitet sein oder uns schützen. Wir können auch im Einklang mit ihnen leben. Das geht. Aber gegen ein Naturphänomen die Kriegserklärung auszurufen ist lächerlich und darüber hinaus auch unglaubwürdig. Wenn aber in einem Land wie in Deutschland mit über 80 Millionen Einwohnern, fünftausend Intensivbetten für Coronapatienten ein „alarmierendes Problem“ darstellen, dann sollte die Polizei nicht jene, die gegen die Coronamaßnahmen demonstrieren, verprügeln, sondern die zur Verantwortung ziehen, die für diesen Mangelzustand verantwortlich sind, weil sie seit Jahren das Gesundheits- und Krankheitswesen als Kapitalvermehrungsstelle benutzt haben.
    Es widerspricht allen ethischen Kriterien, Kindern und Jugendlichen Schuldgefühle einzuimpfen, weil sie miteinander gefeiert, getanzt, gelacht haben und danach positiv getestet wurden. Sie wegen des Nichtgeimpftseins moralisch herabzusetzen, sie aus wichtigen Lebensbereichen zu entfernen, sie zu mobben und zu bestrafen (das heißt heutzutage „mit Negativreizen zu versehen“), löst gerade eine verzweifelte Reaktion aus: Junge Menschen infizieren sich absichtlich mit Covid, um so von unserer Regierung die Erlaubnis auf ein normales Leben zu erhalten.
    Wenn Gesetze solche Folgen haben, können wir nicht mehr von einer Demokratie sprechen. Auch dann nicht, wenn die entsprechenden Maßnahmen mit ethischen Worten aufgehübscht werden.

  1. An dieser Stelle möchte ich auf einen Aufruf eingehen, der an die Menschen gerichtet ist, die durch die Coronamaßnahmen existenziell, seelisch oder körperlich viel Schaden erlitten. Es handelt sich um die Aufforderung, nun einander zu vergeben und „in Frieden miteinander weiterzuleben“. Das ist ein lohnenswertes Vorhaben, das allerdings nicht von den benachteiligten Menschen ausgeht. Es kann gelingen, aber nur, sofern die Verursacher des Leides die vier Schritte des christlichen Schuldbekenntnisses beherzigen: 1. Bekennen. 2. Bereuen. 3. Verzeihung erhalten 4. Wiedergutmachen.
    Diese vier Schritte entsprechen einem psychischen Prozess für den Fall, dass Menschen heil aus einer schuldbesetzten Situation herauskommen wollen. Das wäre dringend nötig. Die Voraussetzung ist, dass die erste, die zweite und die letzte Stufe nicht einfach übersprungen werden. Wenn der Prozess gelingt, erfolgt eine innere Entwicklung, die auch nach außen sichtbar werden- und eine echte Wiedergutmachung beinhalten muss. Erst danach ist ein weiteres Miteinander möglich.
  2. Vielleicht gibt es auch, ausgelöst durch die Coronakrise, einen Entwicklungsschritt in der größeren Welt. Denn eine Krise stellt nicht nur eine Gefahr dar, sie beinhaltet immer auch die Einladung zu einem inneren Reifeschritt. Die Einladung zu einer guten Kurskorrektur. Das gilt sowohl für das persönliche Leben als auch für die Geschehnisse in der großen Welt. Vielleicht löst die Coronakrise eine „Kopernikanische Wende“ in unserer Außenpolitik aus? Vielleicht beginnen immer mehr Menschen auf eine Kurskorrektur in der deutschen Außenpolitik zu pochen? Das bedeutete zum Beispiel, dass unsere Regierung, aufgrund neuen Einsichten, keine Kriegschiffe mehr gegen China entsendet. Dass sie keine Killerdrohnen an Russlands Grenzen stationiert. Und keine Putschversuche dort unterstützt, wo Öl und Gas zu finden sind. Weil sie einsieht, dass die Krisen und Bedrohungen, mit denen wir Menschen in unserem Jahrhundert kämpfen, nicht mit Waffen, nicht mit Aufrüstung und auch nicht mit immer neuen Feindschaften zu bewältigen sind.
    In dem Maße aber, in dem wir mit anderen Ländern und Kulturen kooperieren, uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam anpacken, werden wir die Herausforderungen des XXI. Jahrhunderts auch gut meistern. Freundschaften wachsen bekanntlich nicht durch bürokratische Vorschriften, nicht durch Sanktionen und auch nicht durch Drohungen. Vielmehr durch die Erfahrung, dass Menschen sich füreinander interessieren, einander auf Augenhöhe begegnen und bereit sind, das Leid des anderen zu lindern oder gar zu beheben. Erinnern wir uns nur daran, dass wenige Wochen, nachdem Corona in Italien ausbrach, die besten chinesischen Ärzte in Bergamo landeten um zu helfen, Russland mit vierzehn Sonderflugzeugen Beatmungsgeräte, Masken, Sauerstoff und ein ganzes Container-Spital hintransportierte und sogar aus einem der ärmsten Ländern der Welt, aus Kuba, vierzig große, gutgelaunte Pfleger aus dem Flugzeug stiegen, um kräftig mit anzupacken! Miteinander zu kooperieren, gegenseitige Hilfe für Notzeiten zu vereinbaren und einander zu unterstützen, wenn eine Gefahr keine Grenzen kennt: Das wäre der Sinn-Aufruf unserer Zeit. Die Energie einer solchen Kooperation stiftet Sinn – und Frieden. Vielleicht erzählen wir eines Tages unseren Enkelkindern, dass uns „damals“ Naturkatastrophen, wie Waldbrände, Hochwasser, Dürre und eine Viruspandemie zwangen, andere Länder nicht mehr als Feinde anzusehen, sondern als interessante Gesprächspartner, die uns zur Seite stehen, wenn wir in Not geraten. Und denen wir zur Seite stehen, wenn sie in Not geraten. Durch ein gutes Miteinander könnten erstklassige Teams rechtzeitig dort helfen, wo die Welt gerade im Argen liegt: beim Feuerlöschen in der Türkei oder in Griechenland. Beim Hochwasser in deutschen Dörfern oder an einem tschechischen Fluss. Nach einer Explosion in einem arabischen Land oder in China. Und auch im Falle eines Virusausbruchs könnte man gemeinsam Schützenhilfe leisten, unabhängig davon, ob das Virus gerade die Schweiz oder Russland in Gefahr bringt. Was für eine Lebensqualität und welches Miteinander würden da entstehen! Was für ein Schwung entstünde so in unserer Gesellschaft!
    Die deutsche Regierung gab im Coronajahr 2020 eine noch nie dagewesene Summe für Militärausrüstung aus: Es waren über 50 Milliarden Euro. Und dieser Betrag sollte weiter und weiter in die Höhe getrieben werden bis wir etwa 90 Milliarden Euro für Kriegsgeräte ausgeben. Jedes Jahr, weil die USA es uns so vorschreiben. Die Rekordsumme für die Kriegsausrüstung erarbeiten die Steuerzahler des Landes. Je mehr hierfür bezahlt wird, umso weniger bleibt übrig für das Gesundheitswesen, für Soziales, für Schulen oder Forschung. Würden wir, ausgelöst durch die Nöte der Zeit, das Jahrhundert der Kooperation und der Hilfsbereitschaft einläuten, könnten wir zumindest einen Teil unserer Rüstungsausgaben einsparen. Dann hätten wir genug Mittel für die Erforschung von Heilmitteln, für die Stadtbegrünung, für gesundes Essen, für Filteranlagen in Schulen, für einladende Bildungsangebote. Wir könnten sogar eine Sommerfrische organisieren für jene Kinder, die einmal ihren Zimmern entfliehen und die Welt der Natur und der Abenteuer kennen lernen würden.
    Fassen wir zusammen: „Jede Zeit hat ihre Themen und diese warten auf unsere Lösungen“, motiviert uns Viktor Frankl. Auf der einen Seite sollten die Coronamaßnahmen, die Kindern schaden und sie krank machen, rasch korrigiert werden: Wir müssen Kindern und Jugendlichen die Plastikmaske vom Gesicht nehmen. Sie hinausführen ans Licht, an die Luft, in die Bewegung und in das Miteinander. Ihre Immunentwicklung nicht blockieren, sondern unterstützen. Struktur geben und persönliche Begegnungen schaffen. Leichtigkeit und Unbeschwertheit zulassen. Darüber hinaus können wir selbst unsere eigene Einstellung zum Leben, zum Sinn und zum Abschied von diesem Leben überdenken. Und natürlich die Suche nach wirksamen Behandlungsmöglichkeiten im Falle einer Erkrankung unterstützen, bzw. von den Verantwortlichen klare Fakten, Daten und Zahlen einfordern.
    In der Coronasituation steckt aber auch die Möglichkeit zur Neugestaltung. Soll heißen: Unsere Städte für Menschen einzurichten. Grünzonen, Bewegungs-, Begegnungs- und Bildungsräume schaffen. Patenschaften übernehmen. Kooperieren. Und den Lebensraum finanziell benachteiligter Menschen so zu gestalten, dass dieser ein guter Ort für alle wird.
    Ganz besonders verweist aber die Coronakrise auf die Tatsache, dass die Themen des XXI. Jahrhunderts nicht mit Waffen, Drohungen, Belehrungen und Abwertung anderer zu lösen sind, vielmehr in einem Miteinander, das von Respekt, Interesse am anderen und gegenseitiger Hilfsbereitschaft getragen wird. Unabhängig davon, ob die anderen so leben wollen wie wir oder nicht, ob sie unsere Staatsform wählen oder nicht und unabhängig davon, ob sie im Norden leben oder im Süden oder vielleicht im Osten. Ja, die Überheblichkeit hat ausgedient. Zu diesen Schritten sind alle, die sich für eine bessere Welt einsetzen wollen, eingeladen. Wir können zusammenhalten, uns verbinden und jetzt für eine gute Kurskorrektur sorgen. Gleichgültig, ob sie in einer Schule, in einem Stadtteil oder in der großen Welt geschieht. Hauptsache: Wir packen es an!
    Eine große Sinn-Motivation haben wir bereits: unsere Kinder. Und noch eine: die Sehnsucht nach einer hellen Zukunft in einer gemeinsamen Welt.

Journalistin: FRAU PROF. HADINGER, ICH DANKE FÜR DIESES SEHR INTERESSANTE GESPRÄCH.


Die Autorin: Prof. Dr. rer. nat. Boglarka Hadinger, ist Psychologin und
Psychotherapeutin, Leiterin des Instituts für Logotherapie und
Existenzanalyse Tübingen/Wien. Sie promovierte im Bereich der
Psychoneuroimmunologie. Die international bekannte Referentin ist
Ausbildnerin in Logotherapie und Existenzanalyse (Sinnzentrierte
Psychologie nach Viktor Frankl). 2010 gründete sie die SINN-BANK. Sie setzt sich seit vielen Jahren für eine menschenfreundliche Architektur und Stadtgestaltung ein. 2004 erhielt sie den Viktor Frankl Preis der Stadt Wien.
http://www.logotherapie.net info@logotherapie.net

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