Allgemein

PANDEMIE – Was könnten wir lernen?

Es ist unbestritten, mit Corona haben wir es mit einem ansteckenden Virus zu tun, der tödlich sein kann. Seit Menschengedenken gibt es Viren. Viren sind hochintelligent, sie mutieren, so dass es in jedem Jahr veränderte Influenza- und Grippeviren gibt. Nur dort, wo sie einen fruchtbaren Boden finden, können sie sich manifestieren.

Die moderne Zivilisation begünstigt Viren, durch eine hohe Bevölkerungsdichte, weltweite Mobilität, Krankenhausinfektionen, Übermedikalisierung, Massentierhaltung, unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel, schlechte Luftqualität etc. Neuerdings definieren wir Viren als böse Feinde und rufen zum Kampf auf.

Anstatt auf fragwürdige Vakzine zu setzen, könnte man breit angelegte Gesundheitskampagnen starten, finanzielle Mittel bereitstellen, um den Gesundheitsstandard der Weltbevölkerung zu erhöhen, Armut und ökologische Ausbeutung zu verringern.

Die beste Abwehr gegen Viruserkrankungen aller Art ist ein gesundes, starkes Immunsystem und dieses wird durch Hygiene, sauberes Wasser, Luft, Sonnenschein, körperliche Bewegung, gute Ernährung, genügend Schlaf und durch psychische Faktoren, wie Liebe, Geselligkeit und allgemeine Lebensfreude am besten unterstützt. Angst, Panik, Quarantäne und social-distancing wirken kontraproduktiv.

Auch könnten wir unser Verhältnis zu Tod und Sterben überdenken. Dieses Thema wollen wir aus unserem Bewusstsein verdrängen und tun so, als ob wir mit Hilfe der Medizin ewig leben könnten. Das war auch vor Corona nicht anders.

TOD UND STERBEN

Haben wir uns je dafür interessiert, dass Krankheit und Tod Teil unserer Lebensrealität sind?

Laut statistischem Bundesamt sterben in Deutschland täglich ca. 2500 Menschen. 2500 Einzelschicksale, für die sich – außer den Angehörigen bisher keiner interessiert hat. Das Thema Tod versuchen wir möglichst auszublenden.

Ich arbeite seit vielen Jahren ehrenamtlich im Hospiz und sehe hier sehr viel Verdrängung und Verleugnung. Bei uns im Ulm gibt es seit einigen Jahren die Hospiz Akademie, ein Raum für Veranstaltungen und Einkehr. Ziel ist es, die Hemmschwelle für die Hospizarbeit zu senken.

Um auf dieses Angebot aufmerksam zu machen, haben wir einige Jahre das Programmheft auf dem Wochenmarkt verteilt. Mir hat diese Aktion viel Freude gemacht, da es eine Gelegenheit war, mit unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Viele Menschen sind allerdings schon beim Wort Hospiz zusammengezuckt, wie, wenn allein der Begriff ein Todbringer wäre. Meine Kolleginnen waren irgendwann nicht mehr bereit, sich dieser Aufgabe anzunehmen. Man wolle ja nicht provozieren, sondern aufklären.

Selbstverständlich gab es auch immer offen und interessierte Gespräche.

Ich beobachte grundsätzlich den Trend, dass wir möglichst unangenehme Themen zu vermeiden suchen. Das ist verständlich. Doch wenn wir Teile unserer Lebensrealität ausblenden, holen uns diese Schattenthemen irgendwann auf schmerzliche Weise ein. Das Leben ist Licht und Schatten, Tag und Nacht.

Die dunkleren Seiten unseres Lebens zu akzeptieren, kann schmerzhaft sein, doch hier liegt ein großes Potential für Wachstum, Veränderung und Selbstakzeptanz. Leben ist endlich, Schmerz gehört dazu, wie die Freude auch.

Immer wieder schenkt uns das Leben Situationen, die uns an diese dunklen Themen erinnern. Wir können uns diesen inneren Dämonen mutig stellen. Meine Erfahrung ist, wenn wir uns mir diesen dunklen Seiten konfrontieren, ist dieser vermeintliche Schrecken bei näherer Betrachtung gar nicht so bedrohlich.

Wir können diese Schattenthemen aber auch weiter verdrängen, uns ängstigen oder in Abwehr auf andere Menschen projizieren. Jeder hat die Wahl.

EWIGES LEBEN

Es gibt unzählige Krankheiten mit schlimmen Verläufen und unumgänglich endet jedes Leben tödlich. Ich habe in meinem Leben schon viele liebe und mir sehr nahestehende Menschen verabschieden müssen: Abschied nach langem Leiden, plötzlichem Unfalltod, unerwartet, mitten aus dem Leben durch Krankheit und auch durch selbstgewählten Tod.

All diese Menschen trage ich in meinem Herzen, mit ihrem Lachen, ihrem speziellen Wesen, ihrem Sein. Manchmal wünschte ich, sie wären hier bei mir und ich könnte sie in meine Arme schließen, sie wären Teil meines Lebens. Dann schließe ich die Augen und spüre ihre Nähe, ihr Wärme, ich weiß was sie tun oder sagen würden. Manchmal habe ich eine Frage, bitte um Rat – die Antwort fühle ich meinem Herzen.

Ich glaube, wir alle sind über den Tod hinaus mit den Menschen, die wir lieben verbunden. Wir tragen diese Beziehungen in unserem Herzen und können sie hüten wie einen Schatz. So zumindest erlebe ich das. Dazu brauche ich keinen speziellen Glauben, keine Religion.

Im Christentum gibt es den Glauben an das ewig Leben, wie auch immer dieses ausgestaltet sein mag. Hinduismus und Buddhismus glauben an Reinkarnation. Jede Religion setzt sich auf ihre Art und Weise mit dem Tod und dem was möglicherweise danach kommt, auseinander.

In letzter Zeit frage ich mich, ob die aktuelle Entwicklung deshalb weltweit überhaupt erst möglich war, weil das Kollektiv den Bezug zum Glauben verloren hat? Haben wir unsere Gesundheit und den Glauben an ein ewiges Leben, anstatt in die Hände einer göttliche Kraft, in die Hände von Wissenschaft, Virologie und Politik gelegt?

Und das, obwohl es offenkundig ist, dass selbst die besten Experten der Endlichkeit unserer Körperlichkeit wenig entgegensetzen können? Gehen wir einer Zeit entgegen, in der wir aus Angst vor Krankheit und Tod, auf das Leben selbst verzichten?

Corona lehrt uns, dass es Grenzen gibt, dass Politik und Wissenschaft nicht Alles lösen. Wir selbst sind gefragt unseren persönlichen Lebensstil zu überdenken. Wo können wir achtsamer sein, im Umgang mit uns selbst, unserer Gesundheit, unseren Beziehungen? Was können wir betragen, dass die Welt ein lebensfreundlicher Ort bleibt? Wäre es nicht sinnvoller, sich diese Fragen zu stellen, als uns gegenseitig zu beschimpfen, wenn jemand eine andere Risikoeinschätzung hat.

Wir möchten etwas kontrollieren, was nicht zu kontrollieren ist. Die aktuelle Situation ist für mich ein sehr spannendes Forschungsfeld. Was macht dieses Virus mit uns?

SYMPTOMBETRACHTUNG versus URSACHE UND WIRKUNG

Seit vielen Jahren beobachte ich diesen Trend auf allen Ebenen unseres Lebens. Es wird über Symptome debattiert, ohne die tieferen Ursachen in den Blick zu nehmen. Diese oberflächliche Betrachtungsweise dient der Abwehr, sich wirklich auseinanderzusetzen, hinzuschauen und etwas zu verändern.

Bleiben wir an der Öberfläche, finden wir zwar keine sinnvollen Lösungen, doch wir haben uns bemüht, Stellung bezogen und wähnen uns nun in der Gewissheit, alles getan zu haben. Mehr ist einfach nicht möglich.

Dass wir in einer durch und durch traumatisierten Gesellschft leben und wir alle auf individuelle Weise von dieser Traumatisierung betroffen sind, wollen wir nicht wahrhaben. Lieber suchen wir den „Feind im Außen“. In der Gesundheitsmedizin wird grundsätzlich an Symptomen herumgedoktert, ohne die vielfältigen Krankheiten als Ausdruck eines falschen Lebens zu begreifen.

Die Politik und die öffentliche Debatte stürzt sich aktuell auf Corona, nimmt eindimensional die Gefahr dieses Virus in den Blick und verschleiert so die wirtschaftlichen, ökologischen und gesundheitlichen Probleme, die ursächlich hinter dieser Krise stecken.

Wäre es nicht an der Zeit, über die Ursachen der kollektiven, gesellschaftlichen Fehlentwicklung zu sprechen? Was wäre, wenn sich Menschlichkeit und Solidarität so schnell verbreiten würde wie Angst und Schrecken?

IN JEDER KRISE STECKT EINE CHANCE

Das chinesische Wort für Krise lautet Wei-ji (Wei = Gefahr, Ji= Chance). Bei jedem von uns befördert die aktuelle Situation andere Themen an die Oberfläche. Durch Corona werden sämtliche Urängste gleichzeitig aktiviert und Alltagskonflikte massiv verstärkt.

Die einen haben Angst vor Ansteckung, Angst vor Krankheit Ihrer Lieben, vor Tod und Verlust. Andere erleben die Restriktionen im Alltag als Bedrohung ihrer Freiheit, alte Ohnmachtsgefühle aus der Kindheit werden aktiviert.

Es kann sein, dass es finanziell wirklich eng wird. Doch es wird eine Lösung geben. Diese sehen wir nicht, da zusätzlich alte Familienthemen von finanzieller Not in uns wach werden.

Sehr oft werden derzeit trangenationale Themen an die Oberfläche gespült. Für die einen ist die verordnete Ausgangssperre ein Schutz, die anderen erleben es als Freiheitsberaubung, die ihnen die Luft zum Atmen nimmt – dass man trotzdem an die frische Luft gehen kann, löst das innere Gefühl der Beklemmung nicht.

Beziehungsthemen, die wir vor Cornona einigermaßen managen konnten, bekommen nun zusätzliches Feuer, da wir soviel Zeit wie nie mit unserem Partner und unseren Kindern verbringen.

Sobald der äußere Druck steigt, werden unserer Nerven dünn. Den Druck im Außen können wir derzeit nicht ändern. Was wir ändern können, ist unseren innerer Druck. Wir können diese Zeit nutzen, in uns aufzuräumen.

IDENTIFIKATION

Wir alle haben zwei fundamentale Grundbedürfnisse: Zugehörigkeit und Autonomie. Als kleine Menschenkinder sind wir auf Beziehung angewiesen. Ohne liebevolle Fürsorge können wir nicht überleben.

Je älter wir werden, desto ausgeprägter wird unser Bedürfnis nach Autonomie und Authentizität – mit uns selbst in Kontakt zu bleiben, auch wenn die Anforderungen von außen gegensätzlich zu unseren Bedürfnissen sind. Das ist leichter gesagt als getan, denn als kleine Kinder haben wir kaum eine Wahl. Um die Liebe von Mama und Papa nicht zu verlieren, passen wir uns an und geben unsere Bedürfnisse zugunsten der Zugehörigkeit auf.

Schon in frühester Kindheit mussten wir abwägen zwischen dem, was uns wirklich wichtig ist, was uns interessiert und begeistert und dem, was unsere Eltern, Erzieher, Lehrer von uns erwarteten. Jedes Kind will gut sein, etwas leisten, geliebt und anerkannt werden.

Wie entscheide ich mich im Zweifel? Setze ich mich ein für das, was mir wichtig ist, was mir guttut, oder mache ich das, was den Eltern gefällt und guttut, damit sie mich lieben? Mache ich das, was die Gemeinschaft/die Gesellschaft von mir erwartet?

Unsere größte Angst ist es, abgelehnt und von der Gruppe ausgeschlossen zu werden. Evolutionär gesehen ist diese Angst sehr vernünftig, denn ohne Fürsorge hätten wir als Kinder nicht überlebt und hätten auch heute im Dschungel kaum eine Chance. So verbiegen uns innerlich, um dazuzugehören.

Anstatt herauszufinden, wer wir sind, was wir wollen, orientieren wie uns an den Erwartungen unseres Umfelds: Wer soll ich sein? Was wird von mir erwartet?

Durch den verloren gegangen Kontakt zu uns selbst, entsteht eine große innere Leere. Diese Leere versuchen wir durch alle möglichen Identifikationen zu füllen. Wir identifizieren uns mit unserer Peergroup, unserem Verein, unserem Job, unser Qualifikation, unserem Partner, unsere Mutterrolle, unseren religiösen, kulturellen, politischen Prinzipien, unserem Widerstand.

ICH = WIR

Wie sieht es bei Dir aus? Stehst Du für Dich und Deine Bedürfnisse ein? Oder mühst Du Dich ab, den Erwartungen Deiner Umwelt zu entsprechen, um ja Teil dieser Gemeinschaft bleiben zu dürfen?

WAS WILL ICH?

Wir glauben, erwachsene Menschen zu sein und genau zu wissen, was wir wollen und was nicht. Bei genauer Betrachtung stellen wir fest, dass uns ein eigener Wille gar nicht zur Verfügung steht. Wir haben von Beginn unseres Lebens an darauf reagiert, was andere von uns erwarten.

Um eine gesunde Identität zu entwickeln, bräuchten wir von Anfang an die bedingungslose Annahme unserer Eltern. Viele von uns haben eine bedingungslose Liebe nie erlebt. Wir haben die Erfahrung gemacht, nicht gut genug zu sein, nicht gewollt zu sein, zum falschen Zeitpunkt entstanden – zu früh, zu spät, mit dem falschen Geschlecht, vielleicht sogar einen Abtreibungsversuch überlebt zu haben.

Das Gefühl der Ablehnung hinterlässt tiefe Spuren. Um vielleicht doch noch geliebt zu werden, strengen wir uns an und orientieren uns an den Erwartungen im Außen: Wie soll ich sein, dass ich von Mama und Papa geliebt werde?

Dieses Beziehungsmuster übertragen wir auf unsere weiteren Beziehungen: Wie soll ich sein, dass mein Partner mich liebt? Was erwarten meine Kinder, mein Vorgesetzter, meine KollegInnen, die Umwelt von mir? Ein Leben in Außenorientierung ist sehr anstrengend. Werde ich je gut genug sein?

CORONA AKTIVIERT SÄMTLICHE URÄNGSTE IN UNS

Meine Angst kenne ich, beziehungsweise um diese kann ich mich kümmern. Deine Angst kann ich spüren, wenn ich Dir zuhören. Doch unsere Angst? Gibt es die überhaupt?

Nein, es gibt nur unsere jeweilige subjektiven Wahrnehmung.

Die Angst vor Ansteckung, die Angst, dass unsere Lieben erkranken, die Angst vor einem Kollaps unseres Gesundheitssystems, vor existenziellem Ruin, die massiven Einschränkungen unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens, Eskalationen in Familien, Konflikte kochen hoch, etc.

Wenn ich den Menschen zuhöre, stellt ich fest, jeden aktiviert etwas Anderes. Welche Sorge, welche Angst, welcher Stress ist bedrohlicher? Dürfen und können wir das beurteilen?

Auf unterschiedliche Weise findet Retraumatisierung durch die aktuelle Situation statt. Werden alte Traumagefühle integriert, entsteht wieder ein Handlungsspielraum. Klarheit im Denken und das Finden von sinnvollen Strategien wird wieder möglich.

Folgendes Ängste habe ich die letzten Monate beobachtet:

JEDE ANGST IST SUBJEKTIV

ANGST VOR DEM VIRUS
– vor eigener Erkrankung, Erstickung, Tod
– andere anzustecken
– vor Schuld, dass durch mich jemand stirbt, zu Beispiel die eigenen Eltern, Risikopatienten, etc.
– vor Konfrontation mit dem Tod
– Angst, dass unser Gesundheitssystem kollabiert

ANGST VOR DEN MAßNAHMEN
– vor Freiheitsentzug
– etwas falsch zu machen
– vor Bevormundung
– vor Strafe

ANGST VOR WIRTSCHAFTLICHEN KONSEQUENZEN
– Existanzangst
– Arbeitsplatzverlust
– Inflation

ANGST VOR SOZIALEN KONSEQUENZEN
– die eigene Meinung zu sagen
– vor Ausgrenzung, Diffamierung bei anderer Meinung
– vor sozialer Distanz
– vor Aggression

Der Ursprung jeder Angstvariante, die uns lähmt, ohnmächtig macht oder mit Wut überströmt, ist in der Tiefe in unserer eigenen Biographie zu finden, in unseren jeweiligen individuellen und ganz persönlichen Erfahrungen. Daher ist der Diskurs auch so emotional, wir haben es mit Trauma- und/oder Überlebensanteilen zu tun.

BEI EXISTENZIELLER GEFAHR SCHALTET UNSERE GEHIRN UM AUF NOTFALL

Unsere Reaktionen werden bei Gefahr aus unserem Hirnstamm, auch Reptiliengehirn genannt, gespeist. Der Hirnstamm ist evolutionär betrachtet der älteste und tiefliegenste Teil des menschlichen Gehirns.

Unser Frontalhorn – auch Neokortex genannt, der für unsere bewusstes Denken und Ratio zuständig ist, hat Pause. Steht ein Säbelzahntiger vor uns, dürfen wir keine Zeit verlieren. Reflexartig reagiert unser System, je nach dem mit Kampf, Flucht oder Totstellen.

Corona ist so ein Säbelzahntiger, bzw. wird er durch die Medien zu einem gemacht. Im Notfallmodus denken wir in Worst-Case Szenarien. Wir nehmen den schlimmstmöglichen Fall an, um uns optimal zu schützen.

Manuel Schabus vom Zentrum für Kognitive Neurowissenschaften der Universität Salzburg hat eine Umfrage zu Wissen und Einstellungen zur Corona-Pandemie gemacht, demnach überschätzen Menschen ihr eigenes Corona-Risiko um das 7- bis 38-fache. Zur Umfrage

Die Reaktionen unseres Stammhirns, sind gespeist durch die Summe unserer Erfahrungen. Unsere automatischen Schutzmechanismen können sinnvoll sein, müssen es aber nicht. Alte Traumaerfahrungen führen in der Regel zu einer Hypervigilanz unseres Angstzentrums.

Mit unserer subjektiven Brille können wir zunächst nicht beurteilen, ob unsere Reaktion der Situation angemessen ist, oder nicht. Haben wir die Gefahrensituation richtig eingeschätzt, können wir sagen, schau ich habe es vorhergesagt. Was passiert, wenn wir aufgrund unserer Erfahrungen Gefahrensituationen überbewerten?

Wir selbst glauben, dass unsere Reaktionen durchaus berechtigt sind und argumentieren scharf für die Sinnhaftigkeit unserer Schutzstrategien. Mit Überlebenstrategien zu diskutieren ist sinnlos. Außenstehende sind in der Regel in der Lage zu erkennen, dass hier jemand durch seine Angst aktiviert ist und völlig irrationales Verhalten an den Tag legt.

In der Psychologie werden übersteigerte Angstreaktionen mit Begriffen wie Angst- und Zwangsstörung, Panikattacken, oder Neurose belegt. Üblicherweise wird dies psychologisch und psychiatrisch behandelt. Was tun, wenn sich die ganze Welt, aufgrund der Angst vor eines Virus in einer kollektiven Neurose befindet?

Einen kurzen Überblick über die Theorie der Traumaspaltung. Hintergrund meiner Arbeit ist die identitätsorientierte Psychotraumatheorie und -therapie (IoPT) nach Franz Ruppert.

TRAUMASPALTUNG

Was uns Menschen traumatisiert, hängt mit unserem Altern und unserer Verfassung zusammen. In lebensbedrohlich empfunden Stresssituationen, stehen uns aus unserem biologischen Erbe folgende Reaktionsmuster zur Verfügung: Kampf, Flucht oder Totstellen (fight-flight- oder freeze response) . Fühlen wir uns stark genug, kämpfen wir, sehen wir eine Möglichkeit zu entkommen, flüchten wir. Wenn weder Kampf noch Flucht eine realistische Option darstellen, gehen wir in die Erstarrung. Der Totstellreflex geht einher mit dem Gefühl absoluter Hilflosigkeit und Ohnmacht. In dieser Stressreaktion gibt der Körper Vollgas und der Trauma-Notfallmechanismus legt eine Vollbremsung hin. Wir stehen mit einem Bein auf dem Gaspedal, mit dem anderen auf der Bremse. Die Lösung dieses Dilemmas ist die Aufgabe der Einheit von Körper und Psyche. Wenn in den lebenden Organismus, bildlich gesprochen der Blitz einschlägt, wird er zur Spaltung gezwungen. Die Psyche zerfällt, fragmentiert und wird durch Spaltungsprozesse weiter aufrechterhalten. Dieser Vorgang sichert das Überleben, bindet allerdings viel Energie – wir sind nicht wirklich bei uns und in unserer Kraft.

Unsere Fähigkeit zur Selbstregulationen, die Verarbeitung von Stress wird durch Trauma sehr eingeschränkt. Je kleiner wir sind, desto weniger Einfluss haben wir auf die Ereignisse die auf uns einströmen. Gerade am Anfang unseres Lebens, bleibt uns als Strategie nur die Möglichkeit der Spaltung.


GESUNDE ANTEILE (GA) gibt es in jedem Menschen, egal was er erlebt hat. Aus gesunden Anteilen heraus ist Leben entspannt und konstruktiv. Die gesunden Anteile geben unserem Leben eine sinnvolle Orientierung und machen Traumaintegration möglich.

TRAUMA-ANTEILE (TA) containen das unaushaltbare Erleben. Überwältigende  Gefühle wie Angst, Schmerz, Scham, Ekel, Wut werden quasi narkotisiert und von unserer bewussten Wahrnehmung getrennt. Traumatisierte Anteile bleiben auf dem Bewusstseinsstand ihrer Entstehung und sind die Ursache für überwältigende Emotionen im Alltag – sogenannte Trigger. Traumatisierte Anteile glauben, dass die Gefahr immer noch real existent ist.

ÜBERLEBENS-ANTEILE (ÜA) halten die Traumaanteile möglichst unter Verschluss. Sie entwickeln effektive Überlebensstrategien um Ohnmachtserfahrungen künftig zu vermeiden. Überlebensanteile erscheinen taff, kompetent und managen das Leben. Sie leugnen, dass es überhaupt traumatisches Erleben gab. Sie sind oft kaum von gesunden Anteilen zu unterscheiden, man erkennt sie, weil sie einen Tick zu zwanghaft, zu perfektionistisch, zu rigide, zu schnell, zu laut sind. Sie argumentieren scharf, empören und rechtfertigen sich mit scheinbar vernünftigen Argumenten, ohne den eigenen Tunnelblick zu realisieren.

Traumatische Verarbeitung heißt, dass ein Ereignis nicht oder noch nicht angemessen verarbeitet werden konnte. Unsere Psyche war bisher noch nicht in der Lage, das Erlebte „ordentlich ins Regal zu stellen“. Das dadurch entstandene Chaos macht großen inner-psychischen Stress, welcher sich in verschiedenen Symptomen bemerkbar macht. 

Oft ist der betroffene Mensch in einzelnen Lebenssituationen sehr funktionsfähig und erfolgreich, doch immer wieder, vielleicht auch ganz versteckt, gibt es Situationen, in denen nichts mehr geht. Nicht aushaltbare Gefühle überschwemmen völlig unkontrolliert die Wahrnehmung. Starke Überlebensstrategien verhindern, dass die Umwelt dieses Gefühlschaos mitbekommt. Nur nahe Angehörige, Partner und Familie wissen um die psychische Labilität. Je nach Temperament und Situationen reagieren traumatisierte Menschen entweder völlig außer sich, in sich zurückgezogen, aggressiv, weinerlich oder so emotionslos, dass sie wie Roboter wirken.

ICH BEOBACHTE AUCH ERLEICHTERUNG:

1) Menschen, die grundsätzlich sehr ängstlich sind, begrüßen die Maßnahmen. Endlich werden sie mit Ihrer hohen Risikoeinschätzung ernst genommen, sie sind nicht länger allein mit Ihrer Angst.

2) Menschen mit Kontakthemmungen freuen sich über social distancing. Endlich kommt ihnen keiner mehr zu nahe. Den geforderten Sicherheitsheitsabstand begrüßen sie sehr.

3) Menschen die bisher viel Verantwortung tragen mussten, für ihren Betrieb, ihre Mitarbeiter, melden Kurzarbeit an und sind froh Verantwortung abgeben zu können. Gegen Corona sind sie machtlos.

4) Endlich gibt es eine KLARE HANDLUNGSANWEISUNG von oben

5) GEMEINSCHAFTSGEFÜHL, wir sitzen alle in einem Boot, gemeinsam werden wir den Feind bezwingen. Zu sonderlich viel Solidarität führt diese Haltung nach meiner Beobachtung allerdings nicht, Kritiker werden zu Verschwörungstheortikern diffamiert, Abweichler bei der Polizei gemeldet.

6) ENTSCHLEUNIGUNG (insbesondere im ersten Lockdown)
Manchen wurde bewusst, wie voll ihr Alltag war, wie wichtig zwischenmenschliche Kontakte sind, worauf es wirklich ankommt.

BETREUTES DENKEN

In der aktuellen Situation übernimmt unsere Regierung die Funktion treusorgender Eltern, die uns sagt, was wir tun dürfen und was nicht, was uns gut tut und was uns schadet. Selberverständlich nur im Blick auf unser aller Wohl.

Vertrauen sie nur den offiziellen Medien rät unsere Kanzlerin. Herr Drosten wird mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, vermutlich um seiner Stimme noch mehr Gewicht zu verleihen, wenn er eindringlich mahnt: „Hören sie nur auf die Experten des RKI, kein anderer Experte kann die aktuelle Gefahrensituation einschätzen.“

Mir stellen sich bei solch absoluten Aussagen die Nackenhaare auf. Wenn ich höre es gibt nur eine richtige Meinung, dann kann etwas nicht stimmen. Wissenschaft ist immer ein Diskurs

Brauchen wir wirklich diese Fürsorge? Sind wir nicht erwachsene Menschen, die selber denken können und für uns selbst entscheiden können, was uns gut tut und was nicht? Welche Bilder und Gedanken uns berühren und welche nicht?

LEBEN heißt LERNEN
Was mir heute gut tut, erreicht mich morgen nicht mehr, kommt mir schal und oberflächlich vor. Manchmal schäme ich mich für meine eigene Engstirnigkeit, für Fehler, die ich erst im Nachhinein als solche erkenne.

Zum Glück haben wir jeden Tag die Wahl unseren Kurs zu korrigieren, weiter zu gehen, tiefer zu blicken und gnädig mit uns selbst zu sein. Geduldig zu sein, dass alles seine Zeit braucht und Veränderung nur in kleinen Schritten geschieht, auch Rückschritte Teil unseres Lebens sein dürfen.

Was heute vehemente Abwehr auslöst, kann sich übermorgen als großes Geschenk herausstellen, das mir hilft, zu wachsen und mir selbst und meinen verborgenen Themen auf die Spur zu kommen. Ich glaube, wir alle haben einen inneren Kompass der uns unseren Weg weist.

WAS STECKT MÖGLICHERWEISE HINTER DER ANGST VOR CORONA?

Viren gehören zu unserem Leben dazu. In jedem Jahr gibt es Grippeepedemien. Und immer sterben Menschen. Wir werden vermutlich alle Covid-19 bekommen, einige von uns werden es vielleicht gar nicht bemerken, weil die Symptome so schwach sind. Es werden Menschen sterben, mit oder ohne Corona, doch viele auch nicht.

Was wäre, wenn wir keine Ahnung von Corona hätten? Vermutlich würden wir einfach weiter leben und alles ginge seinen gewohnten Gang.

Entscheidend ist unser Immunssystem. Um das zu stärken können wir Vieles tun. Selbstverständlich gibt es Menschen, die ein schwaches Immunsystem haben. Sie können und sollen sich schützen.

Durch verordnete Zwangsmaßnahmen sollen wir geschützt werden. Durch Kontrolle soll die Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Kontrolle um jeden Preis – Kontrolle als Überlebensstrategie
Wie bei allen Überlebensstrategien wird übers Ziel hinaus geschossen. Vor lauter Kontrollwahn, legen wir unser öffentliches Leben lahm. Viele Branchen kommen in Bedrängnis, vor allem klein- und mittelständische Betriebe bangen um Ihre Existenz. Am Ende ruinieren wir ganze Wirtschaftszweige, verlieren unsere Existenzgrundlage und überleben doch.

Der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen sind verheerend. Aus meiner Sicht viel schlimmer als Corona selbst. Betrachtet man die Situation global, kommen wir bisher mit einem blauen Auge davon.

Macht es Sinn, dass wir uns in Angst und Schrecken in unseren Häusern verbarrikadieren? Wegen eines Virus, der eventuell unter bestimmten unglücklichen Voraussetzungen zum Tod führen kann?

Ich verstehe, dass es zu Anfang eine plausibel Strategie war, die Ausbreitung in die Länge zu ziehen, damit unsere Krankenhäuser nicht überlastet werden, so wie es Italien passiert ist. Zu einer Überlastung des Gesundheitssystems kam es zu keiner Zeit.

Zunehmend drängt sich der Verdacht auf, dass hinter dem Virus einen ganz andere Agenda verfolgt wird, doch diese wirtschaftlichen Zusammenhänge sind nicht mein Fachgebiet, dazu melden sich viele Experten zu Wort. Ich möchte mich auf die psychologischen Aspekte und Dynamiken beschränken.

GERMAN ANGST

Die sogenannte «German Angst» wird auf die traumatische erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückgeführt. Der Erste Weltkrieg, dann die große Inflation, die bis 1923 die Ersparnisse der Deutschen vernichtete, und schließlich der komplette, auch moralische Ruin durch Nazizeit, Holocaust und Zweiten Weltkrieg. Diese Katastrophen führten zu einem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis.

Sabine Bode hat diesem Phänomen 2006 eigens ein Buch gewidmet „Kriegsspuren: Die deutsche Krankheit German Angst“. Sie geht folgenden Fragen nach: Blockiert uns die German Angst? Ist sie eine Art kollektiver Krankheit?

Mutlosigkeit ist laut Bode ein in Deutschland verbreitetes Phänomen, dem unbewusste vagabundierende Ängste zugrunde liegen, die von unverarbeiteten Kriegserlebnisssen herrühren können. Der zugrundeliegende Mechanismus wird transgenerationale Traumweitergabe genannt.

Nach meiner Erfahrung kann ich die Beobachtungen Bodes bestätigen, dass Leid und Schuld dieser Zeit nicht ausreichend betrauert wurden. Das führt zu Verstrickungen, die bis in die heutige Jugendgeneration weitergegeben werden. Sabine Bode beschreibt, dass unbewusste Existenzängste der Deutschen in Ost und West lange durch eine kostspielige Staatsfürsorge – im Westen übrigens ebenso wie in der DDR – in Schach gehalten wurden – nach meinem Empfinden immer noch werden, bzw. erneut werden.

Wie stark das politische Handeln der jetzigen Entscheidungsträger, aber auch vor allem ihr Unterlassen, ihre Furcht vor einschneidenden Reformen auf ihre persönlichen Verluste als Kriegskinder zurückzuführen sind, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Die Kriegserfahrungen haben die meisten klein geredet. Wie sehr „das bisschen Krieg“ in den Knochen steckt, wird vielen erst im hohen Alter bewusst. Die kollektiven Ängste aus der Vergangenheit sind eine Last für unsere Zukunft.

Nach meiner Beobachtung blickt die ganze Welt auf Deutschland: wie wird hier die Krise gemanagt? Aus diesem Aspekt heraus, finde ich diese Zusammenhänge besonders interessant. Wenn das Land mit generell der höchsten Risikoeinschätzungen der Welt die Marschrichtung einer Krisenbewältigung vorgibt, wundert die aktuelle Entwicklung kaum.

TOXISCHE SYSTEME

Als Kinder wachsen wir in der besonderen Atmosphäre unserer Herkunftsfamilie, unsere Gesellschaftsform auf. Das ist unsere Normalität. Viele fühlen Schwere, Beklemmung und sich nicht verstanden.

Dass Familiensysteme toxisch sein können, erkennen Kinder als solche nicht. Wenn etwas nicht stimmig ist, geben sich zunächst erst mal selbst die Schuld. Vermutlich mache ich etwas falsch, bin nicht gut genug. Wenn ich mich nicht geliebt und gesehen fühle, muss ich falsch sein.

Wer die Zusammenhänge erkennt und sieht, wie viel Gift hinter der vermeintlich heilen Fassade steckt und den Schleier lüftet, wird es eng. Es ist keinesfalls so, dass alle dankbar sind, wenn jemand den Schwindel aufdeckt und endlich die Dinge beim Namen nennt. Derjenige der unangenehme Wahrheiten und Verlogenheit aufdeckt, wird an den Pranger gestellt und nicht selten als schwarzes Schaaf aus dem Familienverbund ausgeschlossen.

Diese Tatsache ist jedem instinktiv bewusst. Gerade toxische Familienverbände haben in sich einen starken Zusammenhalt, während die einzelnen Mitglieder innerlich labil sind. Alle sind trainiert, nach außen eine stabile Fassade zur Schau zur stellen: gemeinsam schaffen wie das.

Es ist wohl die schwierigste Herausforderung, sich aus toxischen Systemen zu befreien. Menschen brauchen Zusammenhalt, viele haben den Eindruck alleine nicht überleben zu können. Manche glauben auf die Unterstützung der Familie angewiesen zu sein, oder sind tatsächlich finanziell abhängig. Andere sind eingebunden in ein Familienunternehmen und/oder leben im Eigenheim auf dem Familiengrundstück. Die Abkehr vom Familienverbund hätte erhebliche finanzielle Konsequenzen, Enterbung ist in jedem Fall ausgesprochene oder unausgesprochene Drohung. Der Druck ist enorm.

Welcher Preis ist höher? Einstehen für persönliche Freiheit und ein selbst bestimmtes Leben in Eigenverantwortung. Ausgrenzung und Pranger wahrscheinlich. Oder des lieben Friedens willen, die Klappe halten und bei diesem verlogenen Spiel lächelnd weiter mitspielen und die Privilegien als Kompensation für persönliche Freiheit weiter ausbauen?

Verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen sind problematisch, viele spüren das seit langem. Doch gab es bisher wenig Not um tatsächlich etwas zu verändern.

Corona deckt auf und präsentiert uns schonungslos gesellschaftliche Fehlentwicklungen.

WER DIE WAHRHEIT SUCHT, DARF NICHT ERSCHRECKEN, WENN ER SIE FINDET

Das ist einer meiner Lieblingssätze in der Arbeit mit der IoPT (Identitätsorientierten Psychotraumatherapie). Durch Selbstbegegungen erfährt man Dinge über sich selbst und Teile der eigenen verdrängten Biographie, die man sich ungern eingesteht. Teilweise sind die Erkenntnisse und die emotionale Betroffenheit erschreckend, in Bezug auf das Maß der eigenen Verdrängung und dem blockierten Mitgefühl für die eigene Not.

Abwehr, Verdrängung, Rationalisierung und Realitätsverzerrung sind typische Traumafolgen. Gibt es eine innere Bereitschaft, sich mit der eigenen Geschichte auseinander zusetzen, können diese Barrieren überwunden werden.

Meine Berlinreise hat mich mit einer Wahrheit konfrontiert, die mir schwer zu schaffen macht, obwohl ich vorher wusste, wie es läuft. Ganz unabhängig von der Frage um die mögliche Gefahr von Corona oder die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen war die Berichterstattung unserer Qualitätsmedien eine Farce. Es gab offensichtlich ein vorab bestehendes Drehbuch, für das die passenden Bilder gefunden wurden. Das Framing stand fest, mit objektiver Berichterstattung hatte das rein gar nichts zu tun.

Ich frage ich mich, wie Journalisten und Politiker ihr eigenes Spiegelbild ertragen können, oder ob sie die Geschichten, die sie uns erzählen tatsächlich selbst glauben?

Was mir allerdings noch mehr zusetzt sind die Menschen, die scheinbar gar kein Interesse an der Wahrheit haben. Obwohl ich weiß, was Abwehr bedeutet, bin ich doch erschrocken über die geballte Wut, die mir entgegen geschlagen ist, in Form von hasserfüllten Nachrichten von Menschen, die sich gleichzeitig über scheinbar Rechte und Reichsbürger echauffieren. Da stellt sich mir die Frage, wer hier radikal und rücksichtslos ist?

Es scheint zu schmerzhaft zu sein, anzuerkennen, was ist. Anstatt zu fragen, was die Menschen bewegt, auf die Straße zu gehen, wird mit allen möglichen Tricks versucht, genau diesem Diskurs zu entgehen. Es wird über Abstandsregeln diskutiert, über die politische Gesinnung der Teilnehmer doch NICHT um wichtige Sachthemen sind, die dringend diskutiert werden müssten: wie die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen, das Aussetzen der Grundrechte, das Ausmaß der psychologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kollateralschäden die durch die Maßnahmen entstanden.

STOCKHOLM SYNDROM

Zum Begriff: 1973 kam es in Stockholm während eins Banküberfalls es zu einer Geiselnahme. Die Geiselnehmer hielten 3 Frauen und einen Mann fest, die Belagerung durch die Polizei dauerte 6 Tage. Später beim Gerichtsverfahren stellte man fest, dass die Opfer Sympathie für die Geiselnehmer entwickelt hatten und mit ihnen kooperierten. Sie weigerten sich, im Gerichtsverfahren gegen die Täter auszusagen und sammelten Geld für deren Verteidigung.

Psychologisch wird dieses Phänomen folgendermaßen erklärt:

1. Nachvollziehbare Forderungen des Täters
Die Opfer sehen das Verlangen der Täters als berechtigt oder zumindest als erfüllbar an. Für die Opfer ist nicht nachvollziehbar, warum man den Forderungen nicht nachkommt.

2. Gute Absichten des Täters
Die Opfer haben das Gefühl, dass der Täter seine Aggression nicht gegen sie richtet. Sie erleben den Täter als wohlwollend und ihn selbst als Opfer der Umstände.

Der Täter vermittelt, er beabsichtige nicht, Gewalt gegen sie anzuwenden. Er zeigt sich fürsorglich und bemüht. Kleine Gesten der Menschlichkeit lassen ihn menschlich und gütig erscheinen. Bereits das Lockern von Fesseln oder der Gang zur Toilette kann bzw. wird vom Opfer als großes Zugeständnis gewertet.

3. Die Unterordnung als Schutzmechanismus
Der Schock gefangen zu sein, löst Ohnmacht und Hilflosigkeit aus. Um den Kontrollverlust ertragen zu können, identifizieren sich die Opfer mit dem Täter. Dieses geschieht unbewusst und dient als Selbstschutz um mit dieser Ausnahmesituation umgehen zu können, das ist quasi eine Gnadenfunktion der menschlichen Psyche.

So bildet sich eine Allianz zwischen Täter und Opfer. Der Täter kann somit den Eindruck bekommen, dass das Opfer auf seiner Seite steht. Das Opfer versucht, sich mit seiner Zuneigung zum Täter aus der bedrohlichen Situation zu befreien.

Die Identifikation der Opfer mit seinen Tätern als Überlebensstrategie ist in verschiedenen Konstellationen, in denen Gewalt und Ohnmacht im Spiel ist, zu beobachtet: in dysfunktionalen Eltern-Kind-Beziehungen, in narzisstischen Paarbeziehungen und in totalitären Systemen.

SOZIALER ORGANISMUS

Stellen wir uns unsere Gesellschaft als sozialen Organismus vor, als komplex ineinander verzahntes System. Jeder einzelne Mensch steht in Wechselwirkung mit all den Menschen, mit denen er täglich zu tun hat. Jedes Unternehmen ist Teil eines größeren Wirtschaftssystems mit ebenso vielschichtigen Wechselwirkungen.

Die wechselseitigen Verzahnungen werden durch die aktuelle Situation deutlich sichtbar. Nehmen wir mal an, jeder Gedanke, jede Aktion unsererseits erzeugt in diesem Gesamtorganismus eine Reaktion.

Dieses neuartige Virus hat eine riesige Kettenreaktion ausgelöst. Die treibende Kraft war die Angst des Individuums um die eigene Gesundheit. Bis heute scheint diese Angst der Motor zu sein, der grundlegende Regeln unseres menschlichen Zusammenlebens auf den Kopf stellt. Die Wirtschaft hat prompt reagiert und Produkte auf den Markt gebracht, die die Angst des Kollektivs beruhigen. Die Nachfrage erzeugt das Angebot.

Wer nicht in diese kollektive Angstspirale eingetaucht ist, kann diesen Aktionismus bis heute nicht verstehen und steht staunend am Rand. Diejenigen, die gegen diese neue Entwicklung ankämpfen, stoßen auf Widerstand und Anfeindungen.

ANGST BRAUCHT KONTROLLE, das ist eine ganz wichtige Überlebensstrategie. Je mehr Angst und das Gefühl des Ausgeliefertsein herrscht, desto mehr Kontrollmechanismen werden benötigt, um diese Angst zu beruhigen. Und wehe dem, der es wagt, diese Strategien infrage zu stellen. Für denjenigen, der in der Angst steckt, erscheinen die Kontrollmechanismen die einzig mögliche Rettung. Von Außenstehenden werden Überlebensstrategien klar als solche erkannt. Irrationalität und Widersprüchlichkeiten sind deutlich sichtbar.

DIE AKTUELLE SITUATION IST EIN SPIEGEL DES KOLLEKTIVEN BEWUSSTSEINS

Wir können deutlich erkennen, wie wenige Menschen gut mit sich selbst in Kontakt sind und bereit sind, Eigenverantwortung zu übernehmen. Jeder Einzelne von uns ist gefragt. Wir sind Teil dieses sozialen Organismus. Veränderung beginnt bei uns selbst. Unsere Energie und unser Bewusstsein führt zu Veränderung.

HYPOTHESE: CORONA EIN GESCHÄFTSMODELL

Was wäre, wenn diese ganze Pandemie einer der größten Schwindel in der Menschheitsgeschichte ist?

AM ANFANG WAR DAS VIRUS – Von offizieller Stelle hieß es nur keine Panik, es sei nicht schlimmer wie die normale Grippe. Welche ja nicht zu unterschätzen ist, doch ein Umstand, an dem wir in jedem Jahr gewöhnt sind. Händewaschen und normale Hygieneregeln genügen. Mahner wurden als Verschwörungstheoretiker diffamiert.

Dann drehte sich das Blatt, plötzlich wurde das Virus als hochgefährlich eingeschätzt. Beschwichtigende Stimmen aus Virologie und Epidemiologie wurden diskreditiert. Renommierte Experten wurden von sogenannten Faktencheckern verunglimpft.

Fragen stellen wurde tabu. Kritik an den Maßnahmen Ketzerei. Harte Maßnahmen wurden getroffen und unsere Politiker wurden als Retter gefeiert. Im Rausch steigender Zustimmungsraten nahm das Ganze Fahrt auf. Schlechte Nachrichten und Sensationen verkaufen sich besonders gut. Eine unheilige Allianz war gefunden.

Durch medial geschürte Angst ist es gelungen, innerhalb eines Jahres einen riesigen neuen Markt zu schaffen, mit Masken, Tests und Impfungen. Big Tech und Big Pharma profitieren in großem Stil von den Lockdowns.

Ich will nicht behaupten, dass es einen vorgefertigten Plan gab, doch offensichtlich sind schnell viele Unternehmen auf den Zug aufgesprungen. Der Rest scheint egal zu sein. Es drängt sich der Verdacht auf, dass unsere Politik von großen Lobbyisten unterwandert ist.

Verkauft wird uns, dass es um Gesundheit geht. Doch ging es je um Gesundheit? Ging es irgendwo in der öffentlichen Diskussion darum, wie wir unser Immunsystem stärken können? Was wir für unsere Gesunderhaltung tun können? Ich habe es nicht mitbekommen. Mit eigenverantwortlichen und gesunden Menschen kann kein Geld verdient werden.

Die Frage ist nur, wie kommen wir aus dieser Nummer wieder heraus? Die Spaltung unserer Gesellschaft nimmt Züge an, die mich entsetzen. Was ist los in unserem Land? Auf der Welt?

Viren und Bakterien gibt es seit Menschengedenken. Unser Immunsystem lernt mit neuen Anforderungen umzugehen. Die hohe Zahl der symptomlos positiv getesteten Menschen ist eigentlich der beste Beweis, dass unser Immunsystem die letzten Monate nicht untätig war.

Selbstverständlich gibt es Menschen, die bei einer Infektion ein echtes Problem bekommen können, das bestreitet keiner. Doch es gibt auch unzählige andere Krankheiten mit schweren Verläufen. Diese eindimensionale Fokussierung auf ein Virus sehe ich problematisch.

Wir scheinen die Relationen völlig aus dem Blick verloren zu haben. Jährlich sterben in Deutschland ca. 1 Mio Menschen, 345 000 an Herz-Kreislauferkrankungen, 230 000 an Krebs, 20 000 an Krankenhauskeimen, 10 000 Menschen durch Suizid.

Gerade bei den Suizidraten gibt es einen eindeutige Korrelation zu erhöhter Arbeitslosigkeit. Noch werden viele Bürger durch staatlich zugesicherte Gelder beruhigt. Wenn das hier alles irgendwann zu Ende sein sollte, werden viele Betriebe geschlossen bleiben und der Arbeitsplatz wird endgültig weg sein.

Welche Langzeitschäden werden sich die nächsten Jahre an psychischen und körperlichen Auffälligkeiten an unseren Kinder bemerkbar machen?

Die Liste der Kollateralschäden wird lang sein.

Erschreckend für mich ist, dass wir diese so lange nicht bedacht haben und wie ein Kaninchen auf die Schlagen (Corona) gestarrt haben. Dass das im Kollektiv geschehen konnte, erkläre ich mir neben den verschiedenen Angstspiralen aus einem sehr überholten Verständnis über die Entstehung von Gesundheit und Krankheit.

GESUNDHEITSPARADIGMEN

Das TRADITIONELLE MEDIZINVERSTÄNDNIS geht davon aus, dass es Krankheitserreger gibt, die Symptome verursachen. Heilung passiert durch Hilfe von Außen. Die Mittel zur Symptombekämpfung sind: Operationen, Medikamente und Impfungen. Der Patient ist Objekt und auf die Behandlungen von Spezialisten angewiesen.

GANZHEITLICHE MODELLE gehen davon aus, dass unsere Organismus ein sich selbst regulierendes System ist. Ein gesunder Organismus ist in der Lage, mit Erregern und Viren umzugehen. Durch äußere Ereignisse kann dieses Gleichgewicht aus den Fugen geraten. Symptome sind Reaktionen des körperlichen und psychischen Immunsystems.

Ziel einer Begleitung ist die Unterstützung, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren, damit der Organismus sein Gleichgewicht wieder finden kann. Es geht um die Stärkung der körperlichen wie psychischen Abwehrkräfte.

Mögliche Stärkungsmittel sind: Frische Luft, sauberes Wasser, gesunde Nahrung, Vitamine und Mineralstoffe, konstruktive Beziehungen, Stressreduktion, Körperarbeit, Traumaintegration, Wahrheit.

Der betroffene Mensch bleibt Subjekt und bekommt Unterstützung durch Experten auf verschiedenen Gebieten.

Ich dachte bisher, die Disziplinen hätten sich angenähert, doch offensichtlich ist die persönliche Angst vor Corona so groß, dass Menschen nicht daran glauben, selbst mit diesem Virus fertig zu werden. Die Hoffnung liegt auf dem Schutz im Außen, Rettung durch Abstand, Masken, Impfungen…

PSYCHONEUROIMMONOLOGIE

Die Psychoneuroimmunologie (PNI) ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wechselwirkung von Psyche, Nervensystems und Immunsystems beschäftigt.

Durch die PNI sind Erklärungen möglich, warum sich psychologische und psychotherapeutische Prozesse nachweisbar auf körperliche Funktionen auswirken. Im Mittelpunkt steht die Wirkung der Psyche auf das Immunsystem.

Psyche, Gehirn und Immun- Nerven- und Hormonsystem wirken aufs engste zusammen. Unser Immunsystem steht in ständiger Wechselwirkung mit unseren Gedanken, unserem Verhalten, unseren Gefühlen.

Neueste Studien zeigen: Chronischer Stress, z.B. in nahen Beziehungen oder im Job, macht uns nicht nur anfälliger für Infektionen, sondern kann unser Leben erheblich verkürzen, ja langfristig zu schweren Leiden wie Krebs und Autoimmunkrankheiten führen.

Umgekehrt – so die gute Nachricht – mobilisieren positive Gedanken sowie seelische Ausgeglichenheit und inneres Wohlbefinden unsere Selbstheilungskräfte, die Krankheiten verhindern.

Negative psychische Einflussfaktoren auf die Immunabwehr sind
➖ Stress
➖ Depression
➖ Angst

Positive psychische Einflussfaktoren auf die Immunabwehr
➕ Optimismus
➕ Selbstwert
➕ Selbstwirksamkeit
➕ Soziale Bindungen
➕ Positive Gefühle
➕ Vielfalt an Emotionen

Gerade in der aktuellen Situation sollten diese fundamentalen Erkenntnisse in der öffentlichen Debatte dringend berücksichtigt werden. Ginge es wirklich um Gesundheit, müsste die Stärkung des Immunsystems im Zentrum stehen, insbesondere der Stressreduktion eine große Bedeutung zukommen. Wo sind die groß angelegten Gesundheitskampagnen, die das kollektive Bewusstsein für die psychoneuroimmunologischen Aspekte stärken?

FREIHEIT = IMPFUNG

Ich finde es erstaunlich, wie schnell eine Gesellschaft bereit ist, ihre ureigenen demokratischen Freiheitsrechte abhängig von einer Spritze zu machen. Wenn ich mich umhören, so scheint es neuerdings selbstverständlich zu sein, ja sogar oberste Bürgerpflicht, sich den „solidarischen“ Schuss zu geben.

Argumente und Fakten über Evidenz und Nebenwirkungen dieser Intervention werden als völlig irrelevant abgetan. Glaube nur den offiziellen Quellen – hinterfrage nichts.

Dieser Hype treibt seltsame Blüten: Impfdosen werden in Betrieben verlost, wie auf einer Tombola zu Weihnachten. In der Schule werden von Arztpraxen Impfangebote für ganze Jahrgangsstufen ausgesprochen, die Termine unter den Jugendlichen per Whatsapp koordiniert, als handle es sich um einen gemeinsamen Kinobesuch mit Gratispopkorn.

Wie war das mit der strengen Priorisierung und dem knappen Angebot für Risikogruppen? Auch nur ein billiger Marketingtrick?

Selbstverständlich müssen unsere Kinder schnell in den Genuss dieses Stoffes kommen, sie brauchen ja dringend ihre Freiheit zurück. Sie sind zwar von der Erkrankung so gut wie gar nicht betroffen und die Nebenwirkungen der Spritze werden vermutlich weit schlimmer sein wie die Auswirkungen einer Infektion – egal, Hauptsache frei.

Ich höre und staune und komme aus der Verwunderung gar nicht mehr heraus. Aus meiner Sicht ist das ein klarer Fall von Erpressung, doch laut artikulieren darf man das nicht.

Wie schnell war es möglich, dass durch Angstpropaganda Menschen ihren Verstand, die Verantwortung für ihre persönliche Gesundheit und das Wohl ihrer Kinder an sogenannte Experten abgegeben haben? Sind wir als Gesellschaft wirklich so manipulierbar?

Wehe dem, der seine Stimme mahnend erhebt. Wehe dem, der an die Vernunft appelliert, an ein maßvolles und bedachtes Abwegen – gelöscht, diffamiert und in eine rechte Ecke gestellt.

Neulich habe ich an einem online Vortrag von Dr. Dr. Manfred Spitzer teilgenommen, Thema: Folgen der Pandemie. Es kam die Frage auf, ob er zur Impfung raten würde, es gebe ja viele Stimmen über Nebenwirkungen. Darauf antwortete Herr Spitzer: Impfungen seien absolut sicher, Nebenwirkungen völlig harmlos und zu vernachlässigen. Impfgegner wie auch Coronaleugner seien wahnkrank und ein Fall für die Psychiatrie.

Sehr interessant, wenn man bedenkt, dass die Impfungen mit Astrazeneka in einigen Ländern gar nicht mehr verimpft wird und auch bei uns zeitweilig von offizieller Stelle ausgesetzt wurde.

Man kann zum Impfen stehen, wie man will. Jedem sollte eine persönliche Risiko-Nutzen-Abwägung machen. Allerdings besteht auch immer ein Risiko individuell schwerer Nebenwirkungen. Diese gibt es bei jeder Impfung.

FREIWILLIGE IMPFENTSCHEIDUNG
Aus diesem Grund sollte die Entscheidung für oder gegen Impfungen aus meiner Sicht immer eine individuelle und freie Entscheidung bleiben.

Jedes Medikament hat Nebenwirkungen. Bei aufmerksamer Lektüre des Beipackzettels steht da vieles, von dem man hofft, dass es einen persönlich nicht treffen wird. Hier trifft jeder eine eigene Risikoabwägung. In der Regel siegt die erwartete Symptomlinderung vor den Bedenken.

Treten Folgeprobleme wegen einer Infektion oder Nebenwirkungen durch eine Impfung ein, muss jeder persönlich einen Umgang mit diesen Beeinträchtigungen – die oft lebenslänglich sind, finden.

Sehr wünschen würde ich mir, dass uns die aktuelle Debatte wieder zurückbringt, zu einem rücksichtsvollen Miteinander. Dass wir respektvoll mit Menschen umgehen, die eine andere Risikoeinschätzung wie wir selbst haben. Ihre Bedenken und Vorbehalte sind genauso ernst zu nehmen.

KONKURRIERENDE NARRATIVE

Eins muss man den Akteuren der offiziellen Erzählung lassen, sie haben ihre Geschichte glaubhaft unters Volk gebracht. Statt einer Virenbedrohung von nationaler Tragweite haben wir inzwischen eine Angstpandemie von nationaler Tragweite.

Die Geschichte von einem starken Immunsystem, das uns vor Viren und Krankheitserregern jeglicher Art schützen kann, da es seit Jahrmillionen darauf trainiert, das Bedürfnis nach Eigenverantwortung, persönlicher Freiheit, gesundem Lebensstil, guten Beziehungen etc. scheint offensichtlich eine Erzählung zu sein, die für die Mehrheit der Menschen wenig Attraktivität hat.

In Anbetracht einer medial geschürten Angst scheinen elementare Säulen unserer bisherigen Lebensrealität ihre Tragfähigkeit zu verlieren. Statt Eigenverantwortung gibt es Verordnungen, Kontrolle und Zwang.

Offensichtlich war die Erzählung des neuartigen Virus, vor dem uns nur Lockdown und eine rettende Spritze schützt, die überzeugendere Erzählung.

GOOD NEWS ARE BAD NEWS
Keine Zeitung, die ausschließlich positive Geschichten über das Leben erzählt, konnte sich je durchsetzen. Kein Film ohne Drama, ohne Terror, ohne Herzschmerz – je dramatischer die Erzählung, desto erfolgversprechender sind die Einschaltquoten. So scheint es nicht nur im Film und Kunst zu sein, sondern auch im alltäglichen Leben.

Derjenige, der die Macht hat, persönliche Freiheiten zu entziehen, hat auch die Macht, diese in einem generösen Gnadenakt wieder zurückzugeben. Offensichtlich wollen wir geführt, belogen und betrogen werden.

Freiheit und Eigenverantwortung für das persönliche Wohl und die Gesundheit scheinen keine verlockenden Ziele zu sein. Was glaubst Du, welche Geschichte könnte einladend genug sein, dass sie attraktiver als diese Panik Erzählung ist?

INNERE versus ÄUßERE FREIHEIT

Was ich tun kann, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Kommt es wirklich auf mich an? Bin ich nicht zu unbedeutend, um irgendetwas bewegen zu können.

Manchmal fühle ich mich ohnmächtig. Es gibt soviel Not, Leid und und Ungerechtigkeit auf dieser Welt. Einzelne engagieren sich mit großem Elan, doch das Kollektiv scheint dagegen zu arbeiten – passiv, einfach in dem der Status quo akzeptiert wird und die eigene Bequemlichkeit im Fokus steht.

Jeder denkende Mensch weiß, dass unser westliche Konsumrausch auf dem Rücken anderer ausgetragen wird, das wollen wir nicht sehen. Hauptsache wir sind gesund und haben es gemütlich. Das scheint sich nicht ändern zu lassen.

Von V. Frankl stammt der Satz „Die Frage ist falsch gestellt, wenn wir nach dem Sinn des Lebens fragen. Das Leben ist es, das Fragen stellt.“

Das fühle ich, das Leben fragt uns, ganz konkret, jeden Einzelnen von uns. So wurde über die Jahre mein Fokus immer enger.

Wie kann die Welt zu einem friedlichen Ort werden, wenn es uns nicht einmal gelingt, Frieden in uns selbst zu fühlen? Wenn es uns nicht gelingt, dass unsere Familie ein Ort der Freude und des liebevollen Miteinanders ist?

Sind wir der Mensch der wir sein wollen? Wie können wir von unseren Mitmenschen Empathie und Mitgefühl erwarten, wenn uns das selbst nicht gelingt?

In der Psychotraumatologie habe ich für mich wichtige Antworten gefunden. Es sind unserer ganz frühen Mangelerfahrungen, die eine große Leere in uns hinterlassen. Diesen Mangel an Liebe und Aufmerksamkeit versuchen wir durch unseren Einsatz in der Welt zu kompensieren, wir wollen gesehen und anerkannt werden. Gelingt uns dies nicht, flüchten wir in Ersatzbefriedigungen, die kurzfristig diese innere Leere überdecken.

Wenden wir uns uns selbst zu, in liebevollem Mitgefühl für uns selbst und unserem Gewordensein kann hier etwas nachwachsen. In diesem inneren Frieden tragen wir jeden Tag einen kleinen Beitrag dazu bei, dass unsere Gemeinschaft zu einem liebvollen Ort wird.

Wenn viele Menschen diese Aufgabe ernst nehmen, brauchen wir uns um die Welt von morgen keine Sorgen mehr machen.

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