Traumasensible Paartherapie

– Endlich schließt sich der Kreis!

Es gibt sehr viele unterschiedliche Konzepte in der Paarberatung und alle sind auf ihre Weise schlüssig und vernünftig. Aber, wenn es wirklich schwierig wird, und Paare in destruktiven Mustern festsitzen, helfen diese gut gemeinten Ansätze leider überhaupt gar nicht, zumindest so meine Erfahrung.

In guten Zeiten, können diese Konzepte hilfreich sein, zum Beispiel durch bessere Kommunikation und mehr gemeinsame Paarzeit wieder Nähe entstehen zu lassen. Wenn es gut geht, können gemeinsame Werte und Ziele entdeckt werden, die tragfähiger sind, als die täglich zermürbenden Missverständnisse und so der aktuellen Beziehung einen langfristige Sinnperspektive zu geben. Und wenn es ganz gut läuft, ist es möglich, dass die einander zugefügten Wunden abklingen, dass der nächste Seitenhieb nicht ganz so verletzend empfunden wird.
Doch eine wirkliche Lösung sind diese Ansätze sind, sie verhelfen zu einem besseren Umgang und können eine tragende Unterstützung für den gemeinsamen Weg sein. Häufig ist es allerdings so, dass einem Partner auf der Wegstrecke die Luft ausgeht und er nicht mehr bereit ist, dieses Beziehungsmodell weiter zu leben.
Hans Jellouschek, der bekannte Paartherapeut hat eine interessante Beobachtung gemacht: Wenn es Paaren gelingt, die strittigen Charakterzüge und Eigenheiten des Partners jeweils wie eine echte Behinderung zu akzeptieren, finden diese Paare mit der Zeit einen guten Weg, trotz allem, in gutem Kontakt zueinander Beziehung zu leben. Ein tröstlicher Gedanke, doch aus meiner Sicht ein Arrangement, keine wirkliche Lösung, damit wollte ich mich nicht abfinden. Es kann doch nicht sein, dass eine wirkliche Veränderung nicht möglich ist.
Wie lange habe ich nach dem fehlenden Puzzle gesucht?
Wichtige erste Zusammenhänge zwischen alten traumatischen Erfahrungen und aktuellen Paarkonflikten habe ich durch David Schnarch bekommen.
Ein weiterer Meilenstein ist die Arbeit von Franz Ruppert, der die vielfältigen Auswirkungen von Psychotrauma wie kein anderer benennt. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist schon ein Buch über traumatische Paarbeziehungen in Arbeit. Bis dies erschient, kann ich das folgende Buch von Katharina Klees sehr empfehlen.
In einer gut verständlichen Sprache, mit vielen anschaulichen Beispielen gibt Katharina Klees einen Einblick, wie alte Traumatisierungen in der Paarbeziehung reaktiviert werden und wie es gelingen kann, diese destruktiven Mechanismen zu durchbrechen.
Weitere Literatur:
David Schnarch: „Intimität und Verlangen“
Franz Ruppert: „Symbiose und Autonomie“
Franz Ruppert: „Trauma, Angst und Liebe“
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