Warum gelingt es nicht?

 

Zum neuen Jahr nehmen wir uns viele gute Vorsätze, endlich soll sich etwas Grundlegendes in unserem Leben verändern. So einfach ist es nicht, diese Erfahrung haben wir schon gemacht. Wir strengen uns an uns, mühen und quälen uns manchmal bis zur Erschöpfung, um dann frustriert das Handtuch zu schmeißen!

Vielleicht fehlt es uns an Disziplin, oder an einer durchdachten Strategie?

Ich hatte gestern die Gelegenheit einen wunderbaren Vortrag zu hören, mit dem Titel: Wie gelingen Veränderungsprozesse? Es wurde ein sehr durchdachtes Konzept vorgestellt. Man konnte spüren: ja genau, so funktioniert es! Die Grundzüge:

  1. Inneres OK! Priorität eins ist, dass wir die Veränderung wirklich wollen, dass Kopf und Bauch in einem Boot sind.
  2. Genaue Zieldefinition. Um diese zu finden, hilft es sehr in die Stille zu gehen,  idealerweise an einem besonderen Ort fern ab vom Alltag.
  3. Unsere wichtigsten eigenen Grundwerte bewahren, also sich selber treu zu bleiben, denn eine radikale Wesensveränderung ist langfristig nicht möglich. Wohingegen eine Kurskorrektur step by step gelingen kann .
  4. Erfolgreiche Zwischenschritte feieren!
  5. Konsolidierungsphasen einbauen, dann kann es weiter gehen.
  6. Sinnvoll ist es, für einen Verzicht  was Neues dazu zu nehmen, für den Schwung –

Violà das passt!

Ich habe zu diesem Thema meine Diplomarbeit geschrieben, vor gefühlten 100 Jahren ;-). In der Firma in der ich gearbeitet habe, gab es einige Veränderungsmaßnahmen, die ich dokumentiert habe, vorallem mit Blick auf die Reaktion der Mitarbeiter. Immer da, wo die Angst vor Neuem überwunden werden konnte, die Schritte nicht zu große waren und eine Einsicht in die Sinnhaftigkeit der Maßnahme stattfand, hat es funktioniert. Die Theorie stimmt!

 

ABER!
Meine Beobachtung ist, dass bei persönlichen Dingen eine Kurskorrektur manchmal gelingt – wenn genau dieses Schritte befolgt werden und manchmal klappt es aber trotzallem nicht. Warum?

 

Wenn es nicht gelingt, liegt es nicht zwingend an fehlender Disziplin (vielleicht manchmal auch). Stecken Traumaerfahrungen dahinter, kann es nicht gehen. Da gibt es innere Wächterinstanzen, die sagen, wenn Du das machst, bzw. nicht mehr tust, dann bist Du des TodesTodes!!! Dieser Schritt kostet Dich das Leben, das ist Fakt!

 

Bewusst ist uns dies natürlich nicht wirklich. Ein Teil von uns will diese Veränderung dringen, das OK ist da. Doch diese Wächterinstanzen haben eine viel größere Macht in unserem inneren Team, sie sind entstanden in gefühlt existenziell bedrohlichen Situationen und die machen Ihren Job zuverlässig. Sie sabotieren gekonnt Veränderungsvorhaben, die uns in ähnliche Situationen bringen könnten, wie das damalige Trauma. Das ist ja ein sehr gesunder Mechanismus, im Grunde.

 

Da gibt es zum Bsp. eine Instanz die sagt, wenn Du Deine Stimme erhebst, bist Du des TodesTodes! Jetzt wagst Du es einmal ganz vorsichtig doch, weil Du erkannt hast, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Und was passiert? Das befürchtete Drama tritt ein, Familienausschluss – gefühlter Tod!

 

Ja warum sollte man in der Zukunft so „dumm“ sein, diese Situation ein zweites Mal herbeizuführen? Um nocheinmal zu Sterben???

 

Aus meiner Sicht gibt es nur eine Chance, wenn das Trauma angeschaut und erkannt wird. Wenn allerdings die Umstände heute tatsächlich noch dieselben sind wie damals gelingt es vermutlich auch dann nicht. Da lohnt es sich genau hinzuschauen, was tatsächlich stimmt.

 

So ähnlich beobachte ich es bei mir selbst und bei meinen Klienten.
Für mich selber kann ich sehen, die Todesgefahr ist längst vorbei und dennoch gelingt es mir nur mit größter Mühe und Anstrengung, weil gefühlt mein ganzes Inneres System darauf gepoolt ist, brav und still zu sein. Ich bin sehr zuversichtlich, step by step geht es voran.

 

Gelingen Veränderungsvorhaben also nicht, lohnt es sich zu überprüfen, ob möglicherweise eine traumatische Erfahrung, dieses Vorhaben sabotiert. Aus meiner Sicht ist das zwar auch mühevolle Arbeit, doch eine die befreit!
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