Allgemein, Beziehung, Partnerschaft, Versöhnung

Methoden in der Paarberatung: Skulpturenarbeit

Es hat doch alles keinen Sinn mehr! Sie fühlen sich nicht mehr verstanden und können auch Ihren Partner nicht mehr verstehen – ist das das Ende der Beziehung? Wie kann professionelle Hilfe weiterhelfen?

In der Beratung wird mit unterschiedlichen Methoden gearbeitet, um die Konfliktsituation besser zu verstehen und Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Eine Methode, die ich persönlich sehr schätze, ist die Skulpturenarbeit. Der Ursprung der „Skulpturen“  liegt in der Familientherapie, inzwischen findet diese Methode Einsatz bei Konflikten im betrieblichen, schulischen und juristischen Kontext. Als wesentliche Begründerin dieser Methode gilt die amerikanische Familientherapeutin Virginia Satir (1916-1988).

 

Für welche Themen eignet sich die Skulpturenarbeit?

In schwierigen Konfliktsituationen wird viel geredet, und dennoch fühlen sich die einzelnen Parteien nicht gehört und verstanden. Durch die bildliche Darstellung des Konfliktthemas wird die Thematik allen Parteien emotional anschaulich gemacht. Die körperlich erlebte Wahrnehmung der unterschiedlichen Perspektiven bewirkt Verständnis für die Gefühle des Partners, und hilft neue Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Wie funktioniert eine Skulpturenarbeit in der Paarberatung?

Die realen Familienmitglieder stellen sich, in einem geschützten Raum, in Form einer menschlichen Skulptur auf, sie nehmen körperliche Haltungen zueinander ein, die die Beziehungen der Familienmitglieder kennzeichnend ausdrückt.

Jeder Partner bekommt die Möglichkeit , die Konfliktsituation aus seinem Blickwinkel darzustellen. Die Haltung, der Abstand zueinander, sowie Gestik und Mimik der einzelnen Parteien veranschaulichen die emotionale Situation.

In der „Skulptur“ werden Gefühle und Gedanken wahrgenommen, die symptomatisch für die Situation sind. Der jeweils andere Partner hat die Möglichkeit zu spüren, wie sich der Partner in der jeweiligen Situation fühlt. Jenseits von Worten kann ein emotionales Verständnis für die jeweilige Perspektive des Anderen erfahren werden. Auf diese Weise werden problematische Beziehungsmuster und Beziehungskonflikte sichtbar, die in der weiteren Therapie bearbeitet werden können.

Der Leiter, bzw. Berater hat dabei die Aufgabe, durch den Prozess zu führen. Zum einen wird er den „Bildhauer“ ermutigen, verschiedene Haltungen auszuprobieren und zu verändern, bis dieser mit seiner „Skulptur“ zufrieden ist. Andererseits leitet der Berater, durch gezielte Fragen, eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und den jeweiligen Gefühlen an, damit neue Sichtweisen und Handlungsalternativen gefunden werden können.

Meist löst diese Arbeit starke Emotionen aus. Deshalb ist es wichtig, sich professionelle Unterstützung zu suchen, und sich durch diesen Prozess begleiten zu lassen.

Warum ist eine emotionale Auseinandersetzung mit dem Konflikt hilfreich?

Emotionale Verletzungen erschüttern unseren Selbstwert, sie treffen uns im Innersten, unser ICH im Kern unserer Persönlichkeit. Selbst wenn beide Partner sich auf eine Trennung geeinigt haben, sind im Untergrund meist viele Gefühle verletzt, und im Laufe der Jahre haben sich viele Kränkungen angesammelt. Durch eine Scheidung sind diese Verletzung nicht automatisch geheilt. Kränkungen werden individuell unterschiedlich wahrgenommen und haben eine nachhaltige Wirkung. Kränkungen wirken unter der Haut, sie liegen manchmal brach,  sind zeitweise über viele Jahre stumm und brechen dann wie aus heiterem Himmel wieder auf, meist in Verbindung mit einem anderen Menschen, der an diesen wunden Punkten rührt.  Erst wenn diese Kränkungen befriedet sind, sind wir frei für ein neues Leben.

Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass trotz Trennung die Verantwortung für die gemeinsamen Kinder weiter bestehen bleibt, die Paarbeziehung ist beendet, doch die gemeinsame Elternschaft besteht fort. Wenn in der beendeten Paarbeziehung Frieden eingekehrt ist, gelingt es den getrennten Eltern viel leichter, sich in sinnvoller Weise um die gemeinsamen Kinder zu kümmern. Davon profitieren alle Beteiligten.

Ist nur ein Partner bereit, Unterstützung von außen anzunehmen, kann diese Methode in abgewandelter Form dennoch sinnvoll sein, um den jeweils eigenen Anteil zu erkennen und die Situation besser zu verstehen.

Elena Pfarr

Einzel- und Paarberatung
Logotherapie und Existenzanalyse nach V.E. Frankl
Telefon: 0731-14 00 749
elena.pfarr@gmail.com
www.Logotherapie-Pfarr.de

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