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Lieben was ist – das ist für mich Dankbarkeit!

Dankbar zu sein, für alle positiven Erfahrungen und Erlebnisse in unserem Leben, das ist einfach. Doch Hand aufs Herz: Wann waren Sie das letzte Mal ganz bewusst dankbar?

Dankbar für:

  • Ihre Gesundheit
  • Ihren Partner, Ihre Familie
  • Ihre Arbeit
  • Ihr Heim
  • Ihre Freunde
  • für den Schnee, die Sonne……

In der Hektik des Alltags, nehmen wir die Geschenke des Leben oft gar nicht bewusst war. Ganz selbstverständlich ist so vieles.

Anstatt dankbar zu sein für das was wir haben, richten wir unseren Fokus auf das, was wir nicht haben. Wir vergleichen uns mit den Bessergestellten. Das scheint ein ganz natürlicher Vorgang zu sein, schon kleine Kinder haben eine Blick dafür, wer das größere Eis bekommt, mehr Spielsachen hat…

Gerade weil wir ganz automatisch dazu neigen, unser eigenes Glück nicht zu sehen, lohnt es sich ab und zu inne zu halten und ganz bewusst dankbar zu sein.

Doch was machen wir, wenn Dinge in unserem Leben so ganz offensichtlich nicht rund laufen, wie wir es wünschen? Dann bemerken wir plötzlich schmerzhaft, was wir verloren haben. Doch sind wir dann dankbar, für das was wir hatten? Nein, wir hadern mir dem was  uns genommen wurde, oder zugestoßen ist, mit der Ungerechtigkeit der Welt, etc. Warum trifft es gerade uns?

Wie wäre es, dankbar auch für die Unannehmlichkeiten des Lebens zu sein? Vielleicht sind es ja gerade diese scheinbar negativen Erfahrungen, die uns wachrütteln, die uns den Blick für das Wesentliche zurückbringen. Eine bewegende Geschichte erzählt Wolfgang Borchert:

Die Küchenuhr halb drei

Ein 19-jähriger Soldat, der nach dem Bombardement in Dresden nach seinem Zuhause sucht, findet seine Straße, sein Haus und seine Eltern nicht mehr. Alles liegt in Schutt und Asche. Als er an dem vermeintlichen Ort seines Elternhauses die Trümmer durchsucht, findet er plötzlich etwas Vertrautes: Die alte Küchenuhr seiner Mutter mit den rostigen Blechzeigern darauf. Alles andere ist zerstört. Er findet auch keinen Menschen mehr. Diese wertlose Küchenuhr, die in ihrer Form einem Teller gleicht und rostige Blechzeiger hat, ist durch die Druckwelle der Bomben um halb drei Uhr stehen geblieben. „Ausgerechnet um halb drei“, sagt sich der junge Mann. Und seine Gedanken sind weg von den Bomben, weg vom Krieg, weg von der Trauer. Nachts um halb drei kam er früher oft nach Hause. Und als er in der Küche nach etwas Essbarem suchte, kam fast immer seine Mutter hinein, setzte sich zu ihm in einer Wolljacke, barfuß, die Augen ganz klein vom Licht, sie hatte ja schon geschlafen. Es war doch Nacht.

„So spät wieder“, sagt sie dann. Mehr sagte sie nie.. Nur:“So spät wieder“ erinnert sich der Soldat. Damals war es für Ihn selbstverständlich, dass sie da saß, bis er satt wurde und dass sie immer wieder diesen Satz sagte. Sie tat das ja immer. „Und ich dachte, das würde nie aufhören“, denkt sich der junge Mann, „dass sie da sitzt und dass ich den Satz höre: „so spät wieder.“

Es war immer so gewesen.

Und auch die Totenstille einer zerstörten Stadt, eines zerstörten Hauses, einer zerstörten Familie können ihn von einem Lächeln nicht abhalten: Darüber, dass die alte Küchenuhr um halb drei stehen blieb. Ausgerechnet um halb drei. Und über das Selbstverständliche nachdenkend fällt ihm ein Wort ein. Es ist das Wort „Paradies“.

nach Wolfgang Borchert

Mehr zum Thema Dankbarkeit:

http://www.gratefulness.org/

Ein Gedanke zu „Lieben was ist – das ist für mich Dankbarkeit!“

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