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Meditation mit Wilfried Pfeffer

Am Wochenende war ich auf einem sehr interessanten Workshop und Meditation mit Wilfried Pfeffer.

Wilfried Pfeffer ist Gründer und Leiter des Tibet Kailash Hauses in Freiburg. Er hat sich sehr umfassend mit tibetanischem Buddhismus befasst. Aus meiner Sicht ist die tibetanische Philosophie ein wunderbarer Ansatz, zur Ergänzung unserer westlichen Philosophie. Sehr gut hat mir der offene und undogmatische Austausch gefallen. Hier ein paar Denkanstöße zum Nachlesen:

Das vorherrschende Prinzip auf der Welt ist die Polarität.  Bei der Polarität geht es nicht um einen unvereinbaren Gegensatz, sondern um ein komplementäres Verhältnis zwischen zwei Extremen.

Polarität besagt, dass jeder Aspekt dieser Welt aus einem Gegensatzpaar besteht: hell – dunkel, kalt – heiß, schwarz – weiß, Mann – Frau, Liebe – Hass, arm – reich, krank – gesund usw., wobei keine Wertung vorgenommen wird. Kein Pol ist gut oder schlecht. Die Pole sind die zwei gegenüberliegenden Enden derselben Sache, untrennbar zu einer Einheit verbunden. Sie bedingen einander. Es gibt keinen Tag ohne Nacht, kein Heiß ohne Kalt, keine Armut ohne Reichtum. Erst durch die Polarität wird Vielfalt möglich. Sie eröffnet einen Handlungsspielraum mit unendlichen Möglichkeiten.

Den Gedanken der Polarität finden wir auch in unserer westlichen Philosophie, im Buddhismus ist die Polarität jedoch ein zentraler Begriff und wird mit dem Symbol von Yin und Yang dargestellt. Besonderes betont wird die Einheit der polaren Gegensätzen. Yin und Yang bezeichnen „Gegensätze“ in einer wechselseitigen Bezogenheit, als eine Gesamtheit, einem ewigen Kreislauf.

Yin und Yang steigen und sinken immer abwechselnd. Yin und Yang können nicht gleichzeitig ansteigen oder absinken. Wenn Yang sich vergrößert, verringert sich Yin und umgekehrt. Wir leben in einer zyklischen Dynamik, das Ziel ist immerwährender Erkenntnisgewinn .

 Yin  Yang
 weiblich  männlich
 passiv  aktiv
 dunkel  hell
 Geduld  Ungeduld
 „Abwartende“  „Macher“
 introvertiert  extrovertiert
 Reflexion  Aktion
 ökologische Nachhaltigkeit  kurzsichtige Ausbeutung
 Mond – lunar  Sonne – solar
 Schlaf  Wachsein
 Selbstachtung von Innen  Belohnung von Außen
 Verlierer  Gewinner
 intuitive Weisheit  methodisches Denken
 Krankheitsebene: Intoleranzen  Krankheitsebene: Allergien

Mit Blick auf unsere aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Struktur können wir ein großes Ungleichgewicht zwischen den beiden Polen beobachten. Eindeutig überwiegt der Anteil der Yang Energie. In unserer Gesellschaftsordnung überwiegt, das männlich  aktive, extrovertierte Prinzip. Es geht um Aktion, selten um Reflexion.

Grundsätzlich sind die beiden Pole gleichwertig, es gibt kein Gut und Böse. Problematisch wird es, wenn das Gleichgewicht verloren geht, dann wirken  die Extreme negativ. Ein zuviel an Aktion wirkt negativ, im Gegenzug selbstverständlich auch ein zuviel an Passivität.

Das gilt für die große Welt, wie auch für unsere kleine Welt, in unserem Bezugsrahmen. Die Weihnachtszeit ist als Zeit der Besinnung und Einkehr gedacht, dass wünschen wir uns gegenseitig, doch halten wir uns selbst daran? Wenn man durch die Straßen geht, scheint alles noch geschäftiger, noch hektischer wie sonst. Ganz schnell kommt man in den Strudel der Geschäftigkeit. Was ist noch alles zu erledingen im alten Jahr, so vieles ist noch zu tun ……

Immer wieder ein kurzer Moment zum Innehalten. Was ist wirklich wichtig?

Nichts anderes bedeutet Meditation es kommt von lateinisch meditatio, zu meditari „nachdenken, nachsinnen, überlegen.

In jeder Kultur gibt es unterschiedliche Formen von Meditation. Unsere christliche Variante ist das Gebet. Jede Form hat seine eigene Ausrichtung. Hier gibt es aus meiner Sicht kein Richtig oder Falsch, es gibt nur einen persönlichen Weg und hier ist jeder gefragt, eine für sich stimmige Form zu finden – oder es ganz zu lassen :-).

Ein sehr pragmatischer und mir sehr sympatischer Ansatz beschreibt Eckhardt Tolle:

Meditation – nach der Lehre Buddhas

Das Wort Meditation bedeutet im tibetanischen „sich umgewöhnen“ , das heißt sich weg zu gewöhnen von planendem rationalen Denken, hin zu einer offenen Wahrnehmung von größeren Zusammenhängen, einer Reaktivierung von intuitivem Wissen. Das Ziel von Meditation ist mehr Gelassenheit und Ruhe zu erfahren. Neue Erkenntnisse zu gewinnen und ein Gefühl von Freude in Friede.  Ein Gewahr Sein der Dinge die wirklich wichtig sind, aktive Präsenz. Für Fortgeschritten Yogis geht es um außergewöhnliche Geisteszustände. In den Bergen des Himalaja, gibt es aus unserem Weltverständnis kaum fassbare Phänomene: Yogis die von Lichtnahrung leben, bei minus 20° C in Höhlen meditieren, etc.

Buchtipp: Wilfried Pfeffer, Geheimnis des Heilens

Tibet Kailash Haus in Freiburg
http://www.tibet-kailash-haus.de/

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